Viele Menschen sind betroffen, ohne es zu wissen: Was ist eigentlich Rosacea?

Young Woman with Perfect Skin and Skin Problem. Unhealthy and Healthy Skin After Treatment

Etwa vier Millionen Menschen in Deutschland leiden an der chronischen Hauterkrankung Rosacea (auch „Rosazea“). Viele von ihnen ahnen es nicht und befinden sich deshalb auch nicht in ärztlicher Behandlung, obwohl diese ihre Beschwerden lindern könnte. Das liegt vor allem daran, dass die Krankheit relativ unbekannt ist.

Wie erkennt man Rosacea?

Rosacea, umgangssprachlich auch Kupferrose genannt, löst Hautveränderungen aus. Durch die Erkrankung entstehen Rötungen im Gesicht mit freien Stellen um Mund und Nase. Zudem treten häufig Pusteln auf. Die Ursache dafür sind Entzündungsprozesse. Bakterien haben damit allerdings nichts zu tun. Erbliche Veranlagung, Störungen im Immunsystem und der Durchblutung spielen hingegen eine Rolle. Auch Haarbalgmilben (Demodex folliculorum) könnten zu den Entzündungen beitragen. Diese sind bei fast jedem Menschen auf der Haut zu finden, kommen aber bei Rosacea-Patienten häufiger vor. Wodurch Rosacea wirklich verursacht wird, konnte bisher jedoch nicht nachgewiesen werden.

Verbreitung von Rosacea

Für die meisten jungen Menschen ist Rosacea glücklicherweise kein Thema, denn der Großteil der Patienten erkrankt erst zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr. Hautveränderungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen gehen häufiger mit einer anderen Hauterkrankung, der Akne, einher. Doch sehr selten leiden auch schon junge Erwachsene an Rosacea. Um die Beschwerden richtig einzuordnen und behandeln zu können, sollte man sich Rat bei einem Hautarzt suchen.

Insgesamt sind mehr Frauen betroffen, doch auch Männer können an Rosacea erkranken. Bei vielen Betroffenen litten bereits die Eltern oder Großeltern an Rosacea. Rosacea ist nicht ansteckend. Die Krankheit kann also nicht übertragen werden. Auch dann nicht, wenn deutliche Entzündungen in Form von Pusteln zu erkennen sind.

Es gibt drei verschiedene Stadien der Erkrankung. Diese müssen aber nicht unbedingt aufeinander folgen.

  1. Rosacea erythemato-teleangiectatica: Hautrötungen treten besonders an den Wangen und an der Nase auf. Die Blutgefäße sind dabei sichtbar erweitert. Die Haut ist gereizt, brennt oder juckt. Die flächig auftretenden Rötungen werden durch Erweiterungen der kleinen, oberflächlichen Blutgefäße hervorgerufen. Diese sind nicht einzeln erkennbar, weshalb die Rötung flächig erscheint. Wenn sich die Gefäße wieder zusammenziehen, verblassen die Rötungen. Manche Äderchen bleiben dauerhaft gerötet, sie können sich nicht mehr zusammenziehen.
  2. Rosacea papulopustulosa: Papeln und Pusteln werden gebildet, die einer Akne ähneln. Sie treten üblicherweise auf beiden Gesichtshälften auf, können jedoch auch Brust, Hals, Dekolleté und Kopfhaut betreffen. Allerdings können diese von selbst wieder abheilen und hinterlassen keine Narben.
  3. Rosacea hypertrophica: Bindegewebe und Talgdrüsen wuchern, Wasser lagert sich ein und auf der Nase bilden sich entzündliche Hautknötchen. Der extreme Fall ist das Rhinophym, auch Knollennase genannt, das hauptsächlich bei Männern auftritt. Diese Veränderungen können selten auch an Ohr oder Kinn vorkommen. Sind die Augen betroffen spricht man von Ophthalmo-Rosacea. Circa 20 bis 50 Prozent der Patienten haben eine Entzündung der Lidränder, der Bindehaut oder entwickeln ein Hagelkorn am Lidrand. In diesem Fall sollte man sich zusätzlich Rat bei einem Augenarzt holen.

Rosacea Gesichtsbehandlung

Rosacea: Behandlung und Prävention

Rosacea ist eine chronische Erkrankung, die man nicht heilen kann. Doch durch medizinische Behandlung und einen angepassten Lebensstil können die Symptome stark gelindert werden oder sogar verschwinden. Das bedeutet, dass Papeln und Pusteln abheilen und die Krankheitsschübe seltener vorkommen. Die passende Therapie muss mit einem Hautarzt abgestimmt werden. Zur Behandlung gibt es verschiedene Möglichkeiten, über die je nach Stärke individuell entschieden wird. Es gibt Medikamente und Cremes, teilweise kommen auch Licht- und Laserbehandlungen oder Operationen zum Einsatz.

Doch man kann auch selbst zuhause aktiv werden. Eine Massagebehandlung, bei der zweimal täglich mit den Fingern kreisförmig das Gesicht massiert wird, kann die Beschwerden lindern. Vorsichtig sollte man bei einer äußerlichen Kortisonbehandlung mit Cremes sein, denn diese können die Beschwerden verschlimmern.

Risikofaktoren

Die Gesichtsröte wird durch äußere Einflüsse wie UV-Strahlung, Sport, Alkohol, Wetterumschwünge und heiße Duschen verstärkt. UV-Strahlung ist dabei einer der Hauptauslöser der Rosacea-Symptome. Deshalb sollten sich Patienten keiner direkten Sonnenstrahlung aussetzen beziehungsweise immer auf hohen Sonnenschutz achten. Der Sonnenschutz sollte auch gegen UVA-Strahlung wirksam sein und keine Zusatz- oder Duftstoffe enthalten.

Obwohl Rosacea auch durch einige Lebensmittel begünstigt werden kann, ist in der Regel keine bestimmte Diät nötig. Wichtiger ist es, die persönliche Reaktion auf einzelne Lebensmittel zu kennen. Ein Tagebuch kann helfen, die Ursachen zu ermitteln. Darin wird aufgeschrieben, wann ein Schub auftritt und was unmittelbar davor gegessen oder getrunken wurde.

Sport ist wichtig für ein gesundes Herz-Kreislauf-System und eine gesunde Haut. Deshalb sollten auch Rosacea-Patienten nicht auf ausreichende Bewegung verzichten. Patienten sollten jedoch prüfen, wie stark die Durchblutung beim Sport angeregt wird und welche Folgen das für die Haut hat. Wenn starke Rötungen auftreten, die lange anhalten, sollte man auf weniger anstrengende Sportarten umsteigen – zum Beispiel Nordic Walking statt Joggen.

Oft zeigen sich zudem Unverträglichkeiten gegen Kosmetika. Kosmetik sollte daher sorgfältig ausgesucht werden. Es sollten nur leichte Make-ups verwendet werden, die einen hohen Wasseranteil haben und frei von Alkohol oder Duftstoffen sind, da diese die Haut reizen können.

Stress kann die Symptome ebenfalls verstärken. Deshalb sollten sich Patienten regelmäßige Ruhephasen gönnen. Neben den vorbeugenden Maßnahmen ist jedoch vor allem der regelmäßige Besuch beim Hautarzt und die konsequente Anwendung der jeweiligen Therapie wichtig, um die Symptome langfristig in den Griff zu bekommen.