Morgens immer müde? Lerne deinen Schlafrhythmus kennen!

Wusstest du, dass der Mensch fast ein Drittel seines Lebens schläft? Schlaf ist wichtig, damit sich der Körper erholen kann. Doch ob man sich morgens wirklich fit und ausgeschlafen fühlt, hängt nicht nur von der Schlafdauer, sondern vor allem vom eigenen Schlafrhythmus ab.

Warum schlafen wir?

Schlaf macht uns leistungsfähiger. Zu wenig Schlaf kann hingegen dazu führen, dass man gereizt oder unkonzentriert ist. Schlafstörungen können sogar ernsthafte gesundheitliche Folgen haben. Dazu zählen Herz-Kreislauf-Beschwerden, Kopfschmerzen, Bluthochdruck, ein geschwächtes Immunsystem sowie eine verminderte geistige Leistungsfähigkeit. Nicht nur unser Gehirn verarbeitet den Tag im Schlaf. Auch der Körper regeneriert sich, repariert geschädigte Zellen und bildet neue. Dazu wird HGH, das sogenannte Wachstumshormon, ausgeschüttet, das die Wundheilung und Blutbildung anregt.

Schlafrhythmus: Der Unterschied zwischen Tiefschlaf und Traumschlaf

In der Nacht durchläuft der Körper mehrere Schlafzyklen. Diese dauern jeweils etwa eineinhalb bis zwei Stunden. Dabei wechseln sich Tiefschlafphase und REM-Phase (REM = Rapid Eye Movement), die man auch als Traumphase bezeichnet, ab. In den ersten Stunden dauern die Tiefschlafphasen länger, in den Morgenstunden die REM-Phasen.

Oft ist falsches Timing beim Aufstehen die Ursache für Müdigkeit und schlechte Laune am Morgen. Wer beim Klingeln des Weckers noch in der Tiefschlafphase ist, kommt nur sehr schwer aus dem Bett. Alles fühlt sich dann anstrengend an.

Die innere Uhr tickt bei allen Menschen verschieden. Im Allgemeinen wird jedoch zwischen Lerchen und Eulen unterschieden. Während Lerchen schon früh aktiv sind, fällt Eulen frühes Aufstehen schwer. Denn Eulen würden morgens von alleine später aufwachen. Von dem Wecker werden sie regelrecht aus dem Schlaf gerissen.

Bei den meisten Menschen bestimmen Arbeitszeiten oder Stundenpläne, wann sie aufstehen müssen. Falls man morgens immer zur gleichen Uhrzeit aufsteht und sich total müde fühlt, kann es helfen, den Wecker zum Beispiel eine halbe Stunde früher zu stellen, um die Tiefschlafphase zu umgehen. Das gelingt vielleicht nicht sofort, sondern erfordert einige Tests mit verschiedenen Zeiten. Um den eigenen Schlafrhythmus kennenzulernen ist es außerdem wichtig, regelmäßige Schlafenszeiten zu haben.

Schlafrhythmus finden

Wie viel Schlaf ist gesund?

Im Laufe des Lebens verändert sich die optimale Schlafmenge. Während sie bei einem Neugeborenen im Schnitt noch bei 14 bis 17 Stunden liegt, sind es bei Teenagern acht bis zehn und bei Erwachsenen sieben bis neun Stunden. Im hohen Alter nimmt die Zahl weiter ab. Die optimale Schlafmenge unterscheidet sich jedoch von Mensch zu Mensch. Während sich einige Erwachsene bereits nach sechs Stunden Schlaf fit fühlen, benötigen andere zehn.

Schlafstörungen

Mehr als zehn Prozent der Bevölkerung leiden unter behandlungsbedürftigen Schlafstörungen. Dabei lassen sich verschiedene Formen unterscheiden: Insomnie beschreibt Einschlaf- und Durchschlafstörungen, unter Hypersomnie versteht man eine übermäßige Tagesschläfrigkeit und Parasomnie beschreibt Schlafstörungen wie Schlafwandeln, Zähneknirschen oder Alpträume. Außerdem kann es auch zu Störungen im Schlaf-Wach-Rhythmus kommen. Das ist zum Beispiel bei einem Jetlag der Fall oder kann durch Schichtarbeit auftreten. Wer schlecht schläft und dadurch in seinem Alltag eingeschränkt ist, sollte sich von einem Arzt beraten lassen. Denn chronischer Schlafmangel erhöht das Risiko für Depressionen und Angsterkrankungen.

Was tun bei Schlaflosigkeit? – Tipps für einen besseren Schlaf

  1. Mittagsschlaf kurzhalten: Ein kurzer Mittagsschlaf sorgt dafür, dass man sich wieder fit und leistungsfähig fühlt. Er sollte allerdings nur 15 bis 30 Minuten dauern. Ab einer Stunde macht der Mittagsschlaf den Körper wieder schlapp und kann den nächtlichen Schlaf stören.
  1. Sport machen: Wer sich tagsüber auspowert, kann in der Regel nachts besser schlafen. Allerdings muss der Körper nach der Anstrengung erst wieder zur Ruhe kommen, weshalb man sich nicht direkt vor dem Schlafengehen sportlich betätigen sollte.
  1. Rechtzeitig essen: Drei Stunden vor dem Schlafengehen sollte man keine großen Mengen mehr essen, denn dadurch wird die Magen- und Darmaktivität angeregt und der Schlaf wird unruhiger.
  1. Schlafzimmer anpassen: Für einen erholsamen Schlaf ist es wichtig, dass man sich im Schlafzimmer wohl fühlt. Eine Temperatur von 16 bis 18 Grad Celsius ist optimal. Außerdem sollte es dunkel und ruhig sein.
  1. Sich Zeit nehmen: Wer morgens nur schwer aus dem Bett kommt, sollte trotzdem darauf achten, rechtzeitig aufzustehen und nicht hektisch in den Tag zu starten. Dadurch wird das ungute Gefühl noch verstärkt. Besser ist es, sich morgens Zeit für den Start in den Tag und ein gesundes Frühstück zu nehmen.