Vor dem ersten Sex: Deshalb ist eine Impfung gegen HPV sinnvoll

Die HPV-Impfung ist auch als Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs bekannt und wird seit einigen Jahren für Mädchen empfohlen. Doch sie kann nicht nur das Risiko senken, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, sondern auch noch vor anderen Krankheiten schützen. Deshalb gibt es die HPV-Impfung jetzt auch für Jungen.

Warum sollte man sich vor HPV schützen?

HPV ist die Abkürzung für „humane Papillomviren“. Die Infektion mit HPV gilt als Hauptursache für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Gegen einige der Viren kann man sich jedoch impfen lassen. Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts empfiehlt die Impfung für Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren (Nachholimpfung bis 17 Jahre). Da HPV durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen wird, sollte die Impfung vor dem ersten Sex durchgeführt werden. Hier bekommst du wichtige Infos zum Thema Verhütung. Ein Großteil der Frauen und Männer infiziert sich im Laufe des Lebens mit HPV. Meistens bleibt die Infektion unbemerkt und ohne schwerwiegende Folgen, weil das Immunsystem die Viren abwehrt.

Was ist Gebärmutterhalskrebs?

Bei etwa zehn Prozent der infizierten Frauen verändert HPV die Zellen am Gebärmutterhals. Dadurch entstehen Krebsvorstufen und bösartige Tumore. Gebärmutterhalskrebs (auch „Zervixkarzinom“) ist eine bösartige Krebserkrankung des Gebärmutterhalses. In Deutschland erkranken daran etwa 4.600 Frauen pro Jahr. Die Krebsvorstufen entstehen im Schnitt in einem Alter von 34 Jahren, bösartige Tumore werden meist erst bei Frauen über 50 diagnostiziert. Dennoch ist besonders für junge Menschen das Wissen über Gebärmutterhalskrebs und die HPV-Impfung wichtig, um sich rechtzeitig davor zu schützen. In den meisten Fällen dauert es nämlich etwa 10 bis 15 Jahre, bis sich aus einer HPV-Infektion Krebs entwickelt.

HPV-Impung

Gebärmutterhalskrebs gehört zu den Krebsarten, die vorzeitig erkannt und gut behandelt werden können. Um Gebärmutterhalskrebs früh erkennen zu können, ist der regelmäßige Besuch beim Frauenarzt besonders wichtig. Bei der gynäkologischen Untersuchung macht der Arzt unter anderem einen Zellabstrich am Gebärmutterhals, das nennt man PAP-Test. Dadurch können Infektionen oder Zellveränderungen schon in einem Frühstadium erkannt werden. Wichtig: die HPV-Impfung ist kein Ersatz für die regelmäßige Untersuchung. Denn der Impfstoff schützt nicht vor allen HPV-Typen. Außerdem führt der Gynäkologe bei den Vorsorgeterminen noch weitere wichtige Untersuchungen durch.

HPV-Impfung für Jungen

Seit Kurzem wird die Impfung gegen HPV auch für Jungen empfohlen, denn auch sie können sich mit HPV infizieren und die Viren übertragen. Doch die Impfung für Jungen ist nicht nur sinnvoll, um eine Übertragung zu vermeiden. Sie können dadurch ebenfalls vor der Entstehung von Krebsarten geschützt werden, die sowohl bei Männern als auch bei Frauen auftreten können. Dazu zählen Mund- und Rachenkrebs, Penis-/Scheiden- und Analkrebs. Außerdem kann die Impfung auch vor anderen Krankheiten wie Genitalwarzen schützen. Diese sind zwar nicht lebensbedrohlich, aber dennoch sehr unangenehm. Hier findest du weitere wichtige Infos zu Geschlechtskrankheiten und erfährst, wie man sie erkennt.