Endlich ausziehen: in die eigene Wohnung oder besser in eine WG?

Du möchtest zuhause ausziehen und bist auf der Suche nach deiner ersten eigenen Wohnung? Die passende Wohnung zu finden ist manchmal gar nicht so einfach. Für viele junge Menschen stellt sich dabei auch die Frage nach der geeigneten Wohnform. Ob du lieber allein oder mit anderen Menschen zusammenwohnen möchtest, hängt von deiner Persönlichkeit, aber natürlich auch von den Kosten und der Verfügbarkeit der Wohnungen und Zimmer in deiner Stadt ab.

Allein wohnen vs. WG – was ist das Richtige für mich?

Eigene Wohnung

Die eigene Wohnung bedeutet Freiheit und Unabhängigkeit. Hier kannst du alle Entscheidungen allein treffen. Du kannst die Wohnung nach deinen Wünschen einrichten und so nutzen, wie es dir gefällt. Dabei musst du dich nicht an Putzpläne oder andere Regeln, wie es sie häufig in Wohngemeinschaften gibt, halten. Trotzdem kommen einige Pflichten auf dich zu. Um Miete, Strom, Wasser, Heizung, Internet, Versicherungen und alles weitere musst du dich selbst kümmern. Auf dich allein gestellt zu sein hilft dir dabei, selbstständig zu werden. Am Anfang wird dies doch wahrscheinlich erst einmal ungewohnt sein, vor allem wenn du bisher bei deinen Eltern gewohnt hast. Zuhause wirst du ab jetzt immer deine Ruhe haben. Wenn du unter Leute gehen möchtest, musst du rausgehen oder andere zu dir einladen. Manche Menschen genießen die absolute Privatsphäre in der eigenen Wohnung, andere fühlen sich schnell einsam. Wenn du von zuhause ausziehen, aber nicht allein wohnen möchtest, solltest du darüber nachdenken, in eine Wohngemeinschaft (WG) zu ziehen.

WG-Zimmer

WGs sind vor allem für junge Menschen attraktiv, da ein WG-Zimmer in vielen Städten günstiger zu bekommen ist als eine eigene Wohnung. Doch nicht jeder findet Gefallen am WG-Leben. Auch wenn WGs in ihrer Größe und Organisation sehr unterschiedlich sein können, hast du hier in der Regel nicht die gleiche Privatsphäre wie in einer eigenen Wohnung. Das Bad, die Küche und gegebenenfalls weitere Gemeinschaftsräume teilst du dir mit deinen Mitbewohnern. Je nach Größe der WG ist wahrscheinlich immer jemand zuhause, mit dem du dich unterhalten kannst. Vor allem wenn du in eine neue Stadt ziehst, kann eine WG eine gute Möglichkeit sein, um Anschluss zu finden.

In einer WG teilst du dir die Kosten und Pflichten für die Wohnung mit anderen, musst dich aber natürlich an Regeln halten und Verantwortung für die Gemeinschaft übernehmen. Zudem wird ein gewisses Maß an Toleranz gegenüber deinen Mitbewohnern verlangt, da verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Gewohnheiten, Tagesabläufen und Charakteren zusammentreffen.

Tipp: Bevor du in eine WG ziehst, solltest du dir das Zimmer vorher anschauen und mit den Bewohnern ins Gespräch kommen, damit du einen möglichst echten Eindruck von dem jeweiligen WG-Leben bekommst. Es gibt reine Zweck-WGs, in denen Menschen zusammenwohnen, um sich die Kosten der Wohnung zu teilen. In anderen WGs sind jedoch auch gemeinsame Aktivitäten und ein Gemeinschaftsgefühl erwünscht. Je nachdem, was deinen Anforderungen entspricht, solltest du das beim Kennenlernen der WG offen ansprechen, um später nicht enttäuscht zu sein.

Eigene Wohnung oder WG?

Wohnen mit Freunden

Mit richtig guten Freunden zusammenzuziehen, klingt erst einmal großartig. Doch auch wenn man sich seit Jahren gut versteht, die gleichen Interessen hat und ständig Zeit miteinander verbringt, kann das Zusammenleben die Freundschaft auf die Probe stellen.

Tipp: Bevor ihr zusammenzieht, solltet ihr schon mal einen Urlaub oder längere Zeit in der gleichen Wohnung verbracht haben, um zu testen, ob ihr gut miteinander klarkommt, wenn ihr euch den ganzen Tag seht und Bad und Küche miteinander teilt. Klärt außerdem vorher, was ihr euch vom WG-Leben erwartet.

Mit dem Partner oder der Partnerin zusammenziehen

Wenn du mit deinem Partner beziehungsweise deiner Partnerin auf Wohnungssuche gehst, ist das ein aufregender Schritt in eine gemeinsame Zukunft. Du wirst sie oder ihn jedoch im Alltag noch einmal von einer neuen Seite kennenlernen. Bestimmte Gewohnheiten zeigen sich erst im gemeinsamen Alltag. Auch in einer Beziehung können sich daher Regeln im Haushalt lohnen, um Stress zu vermeiden.

Alternativen

Für Studenten gibt es zusätzlich die Möglichkeit, in ein Studentenwohnheim zu ziehen. Dort werden meist Zimmer in größeren Gemeinschaften angeboten. Dabei teilt man sich ähnlich wie in einer WG Bad und Küche mit anderen Mitbewohnern. Außerdem gibt es (meist sehr kleine) Einzimmerappartements, bei denen alles in einem Raum untergebracht ist. Im Unterschied zur WG sind die Zimmer häufig möbliert. Das heißt, man muss sich keine Möbel anschaffen oder keine mitbringen, die in das Zimmer passen, aber hat auch kaum individuelle Gestaltungsmöglichkeiten.

Die Entscheidung

Wenn du dir sehr unsicher bist, welche Form des Wohnens die richtige für dich ist, kannst du dir zunächst auch ein WG-Zimmer oder eine Wohnung zur Untermiete suchen, um die gewünschte Wohnform erst einmal zu testen. Zusätzlich zur geeigneten Wohnform und den Kosten, solltest du bei der Wohnungssuche weitere Faktoren beachten. Neben deinen persönlichen Anforderungen an die Wohnung zählen dazu zum Beispiel die gute Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes oder der Uni, die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, falls du darauf angewiesen bist, sowie die Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten vor Ort. Du hast bereits deine Traumwohnung gefunden? Hier findest du die besten Umzug-Tipps.