Alleskönner oder Superfood-Hype: Ist Kokosöl gesund?

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Man findet Kokosöl, auch bekannt als Kokosfett oder Coconut Oil, inzwischen in fast allen Bio-, Super- und Drogeriemärkten. Es wurde in den letzten Jahren in Deutschland als sogenanntes Superfood immer bekannter. In anderen Ländern, beispielsweise in Südamerika, wird es jedoch schon seit langer Zeit sowohl zum Kochen als auch zur Hautpflege verwendet.

Was ist Kokosöl?

Kokosöl ist ein pflanzliches Fett, das aus dem Fruchtfleisch der Kokosnuss oder aus frisch hergestellter Kokosmilch gewonnen und nicht weiterbehandelt wird.

Je nach Temperatur ist das Kokosöl fest oder weich bis Flüssig. Es schmilzt circa zwischen 20 und 25 Grad Celsius.

Anwendung und Wirkung von Kokosöl

Reines, unraffiniertes Kokosöl eignet sich zum Kochen und Backen. Man unterscheidet dabei das native Kokosöl und ein ebenfalls als Kokosfett bekanntes Produkt, das aus getrocknetem Fruchtfleisch hergestellt und stark verarbeitet (raffiniert) wird. Diese festen Platten oder Würfel aus raffiniertem Kokosfett werden zum Beispiel zum Frittieren eingesetzt.

Natives Kokosöl kommt nicht nur in der Küche zum Einsatz, sondern auch bei der Körperpflege.

Ist Kokosöl gesund? 5 Anwendungen mit Kokosöl

Kokosöl als Körperpflege – 5 Anwendungsmöglichkeiten

  1. Kokosöl als Feuchtigkeitspflege für die Haut: Kokosöl ist sehr ergiebig. Schon kleine Mengen reichen aus, um Gesicht und Körper damit einzureiben. Dazu wird das feste Öl einfach zwischen den Händen hin und her gerieben, bis es weich wird und sich auf die Haut auftragen lässt. Auch als reichhaltige Lippenpflege kann Kokosöl eingesetzt werden. Gerade bei trockenen und rissigen Lippen im Winter hilft es, eine kleine Menge Kokosöl über die Lippen zu reiben und sie so mit der nötigen Feuchtigkeit zu versorgen. Außerdem enthält das Kokosöl antimikrobakterielle Inhaltsstoffe. Diese sollen Entzündungen lindern, weshalb Kokosöl auch gerne bei unreiner Haut eingesetzt wird.
  2. Kokosöl als Zeckenschutz: Kokosöl wirkt auf der Haut aufgetragen als natürlicher Zeckenschutz. Zecken werden neben der Körperwärme und der Bewegung des Körpers hauptsächlich durch bestimmte Duftstoffe im menschlichen Schweiß angelockt. Der Duftstoff Laurinsäure, der im Kokosöl enthalten ist, schreckt Zecken ab. Deshalb ist es auch in der Tierpflege sehr beliebt.
  3. Kokosöl als Sonnenschutz: Natives Kokosöl hat Lichtschutzfaktor 8 und kann als sehr leichter Sonnenschutz eingesetzt werden. Der richtige Sonnenschutz ist allerdings abhängig von dem jeweiligen Hauttyp, weshalb es nicht für jeden ratsam ist, Kokosöl als Sonnenschutz einzusetzen.
  4. Kokosöl als Haarkur: Auch den Haaren spendet Kokosöl Feuchtigkeit und wird deshalb gerne als Haarkur angewendet. Dazu nach der Haarwäsche etwas Kokosöl in das feuchte Haar gegeben. Das Kokosöl sollte man mindestens 30 Minuten mit einem Handtuch um den Kopf einwirken lassen. Dann werden die Haare erneut mit einem milden Shampoo ausgewaschen.
  5. Kokosöl zum Abschminken: Kokosöl ist ein natürlicher Ersatz für Make-up Entferner. Dazu einfach Kokosöl in den Händen schmelzen lassen, vorsichtig auf die Haut und Augen auftragen und mit einem angefeuchteten Wattepad das Kokosöl inklusive Makeup abwischen.

Ist Kokosöl gesund?

Kokosöl werden viele gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgesagt. Angeblich sollen sich mittelkettige Fettsäuren, die in Kokosöl vorhanden sind, positiv auf die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems auswirken und beim Abnehmen helfen, da sie besser verdaut werden können als die sonst häufig vorkommenden langkettigen Fettsäuren. Allerdings konnten für den Verzehr von Kokosöl bisher weder eindeutige positive noch negative Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System nachgewiesen werden.

Außerdem besteht Kokosöl insgesamt zu 90 Prozent aus gesättigten Fettsäuren. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt statt der gesättigten Fette lieber ungesättigte Fette in die Ernährung zu integrieren. Da liegt daran, dass gesättigte Fettsäuren im Verdacht stehen den Cholesterinspiegel zu erhöhen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu begünstigen. Abschließend bewiesen ist jedoch auch das nicht.

Zwar ist nicht sicher, ob Kokosöl wirklich ein Superfood mit gesundheitsfördernden Eigenschaften ist, doch es muss keinesfalls komplett vom Speiseplan gestrichen werden. In Maßen verwendet kann es Teil einer ausgewogenen Ernährung sein. Denn Kokosöl eignet sich durch seine Hitzebeständigkeit sehr gut zum Anbraten, ist eine geschmackliche Abwechslung zu anderen Ölen und kann sowohl für herzhafte Gerichte, also auch zum Backen eingesetzt werden. Wer den leichten Kokosgeschmack nicht mag, kann zu desodoriertem Kokosfett greifen, dem Geruch und Geschmack entzogen wurden.

Beim Kauf sollte man allerdings auf Qualität achten, um schädliche Zusätze zu vermeiden, die dem Öl beigefügt sein können. Deshalb empfiehlt es sich kaltgepresstes Kokosöl in Bio-Qualität zu kaufen.

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