Sport ist wichtig für Körper und Geist. Da sind wir uns sicher alle einig. Bei der richtigen Ausführung gehen die Meinungen aber häufig weit auseinander. Sicher bist auch du schon mit den ein oder anderen Sportmythen konfrontiert worden. Wir haben uns die fünf größten einmal genauer angesehen und auf ihren Wahrheitsgehalt gecheckt.

Mythos 1: Die Fettverbrennung setzt erst nach 30 Minuten ein

Egal ob beim Laufen, Schwimmen oder Radfahren: Wenn du abnehmen willst, geht es nicht darum, dich so schnell es geht komplett auszupowern. Ganz im Gegenteil: Erst bei längeren Einheiten mit geringer, aber konstanter Intensität kommt die Fettverbrennung erst so richtig in Schwung. Viele behaupten, dass es ganze 30 Minuten dauert, bis es den Fettreserven endlich an den Kragen geht. Stimmt das?

Nicht ganz. Dein Körper verbrennt schon auf den ersten Metern Fett. Nur ist der Fettanteil, der hier abgebaut wird, noch sehr gering. Der Großteil der Energie wird anfangs noch aus Zucker gewonnen. Neigen sich die Zuckerreserven dem Ende, wirft dein Körper den sogenannten Fettverbrennungsmodus an. In dieser Phase zieht er bis zu 80% seiner Energie aus den Fettreserven. Um dort hinzugelangen, braucht es bei den meisten etwa 20 – 30 Minuten.

Mythos 2: Muskelkater ist ein Zeichen für gutes Training

Für viele war das Training erst erfolgreich, wenn es am nächsten Tag ordentlich in den Muskeln zwickt. Frei nach dem Motto „no pain, no gain“ gilt: Je größer der Muskelkater, desto wirkungsvoller das Training. Aber ist der Muskelkater wirklich ein geeigneter Indikator für den Trainingserfolg?

Jein. Beim Muskelkater handelt es sich um feine Risse in den Muskelfasern, die in erster Linie auf hohe Belastung und ungewohnte Bewegungsabläufe zurückzuführen sind. Er ist also ein spürbarer Beweis, dass du etwas geleistet hast. Die Stärke des Muskelkaters ist allerdings nur ein schwammiger Indikator für ein gutes Training. Denn auch ohne Muskelkater kannst du erfolgreich Muskeln aufbauen. Im Groben gilt: Dauert dein Muskelkater länger als drei Tage, war die Belastung wahrscheinlich zu groß. Außerdem solltest du der betroffenen Muskelpartie vor der nächsten Einheit genug Zeit zur Regeneration geben. Ansonsten droht ein Muskelfaserriss.

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Mythos 3: Joggen ist schlecht für die Gelenke

Oft hört man, dass das Joggen neben seinen vielen positiven Aspekten auch eine Schattenseite hat: die starke Belastung der Gelenke. Gerade im Knie soll die Stoßbelastung zu Knorpelschäden führen und so das Arthroserisiko erhöhen. Sollte uns das vom Laufen abhalten oder handelt es sich dabei um einen Mythos?

Dass Joggen schlecht für die Gelenke ist, kann man pauschal jedenfalls nicht sagen. Nach Erkenntnissen der Sportmedizin ist manchmal sogar das genaue Gegenteil der Fall: Menschen, die regelmäßig Laufen, haben in der Regel einen dickeren Knorpel, der das Knie besser schützt. Das große Aber: Das gilt nur für Menschen mit gesunden Füßen und Beinachsen. Sind die Gelenke bereits durch eine Fehlstellung fehlbelastet, kann das Laufen dies weiter verschlimmern. Auch Menschen mit Übergewicht sollten mit dem Joggen vorsichtig sein. Eine wichtige Rolle für das „gesunde Laufen“ spielen natürlich noch der Laufstil, das richtige Schuhwerk und ein bestenfalls dämpfender Untergrund.

Mythos 4: Mit Sport eine Erkältung ausschwitzen

Beim ersten Anzeichen einer Erkältung rät einem manch einer dazu, die Laufschuhe zu schnüren und den Infekt einfach auszuschwitzen. Doch ist das ein guter Rat oder ist das eher kontraproduktiv?

Natürlich gilt Zweiteres. Schwitzen ist bei einer Erkältung an sich nichts Schlechtes. Es sollte allerdings nur durch Wärmflaschen, Tees oder andere Hausmittel und auf keinen Fall durch Sport ausgelöst werden. Denn ist die Erkältung erst einmal da, verwendet dein Körper seine gesamte Energie darauf, diese wieder aus dem Körper zu bekommen. Wer sich also zusätzlich sportlich verausgabt, riskiert nicht nur eine Verlangsamung des Genesungsprozesses, sondern im schlimmsten Fall sogar eine Herzmuskelentzündung.

Mythos 5: Magnesium hilft gegen Krämpfe

Krampfgeplagte Menschen können ein Lied davon singen. Der Krampf ist noch nicht ganz abgeklungen, schon schreien alle im Chor: „Versuch’s doch mal mit Magnesium!“. Fast jeder assoziiert Muskelkrämpfe mit Magnesiummangel. Doch was steckt dahinter?

Es ist richtig, dass Magnesium Krämpfe vorbeugen kann. Mit einer Banane oder Magnesiumtablette ist es laut Experten aber nicht getan. Es braucht eine tägliche Ration von 400 mg Magnesium oder mehr, um nachweisbare Ergebnisse gegen die Krampfanfälligkeit zu erzielen. Eine solche Menge würde jedoch gleichzeitig großen Durchfall hervorrufen. Da bleibt dir als einzig zuverlässige Maßnahme gegen Krämpfe leider nur das Warten und Dehnen.