7 Tage offline – Ein Selbsttest

Einfach mal #Sendepause machen: Ole (16) hat für vigozone den Selbsttest gemacht. Das ist leicht gesagt, aber wie sieht ein Leben ohne WhatsApp, Facebook, Instagram, YouTube & Co. aus? Während seiner Herbstferien an der Ostsee war Ole eine Woche lang offline. Ein Protokoll.

Tag 1 (Mittwoch)

10:00 Uhr – Smartphone, Tablet und Computer. All das darf ich eine Woche lang nicht mehr benutzen. Zur Sicherheit sperre ich alles in den Schrank und gebe den Schlüssel meiner Mutter. Vorher schreibe ich noch schnell meinen wichtigsten WhatsApp-Kontakten, dass ich für die nächsten sieben Tage nicht erreichbar sein werde.

10:11 Uhr – Mein Vater möchte eine neue App auf seinem iPad installieren, weiß aber nicht, wie das geht. Er braucht meine Hilfe. Aber die bekommt er leider nicht.

12:30 Uhr – Ich mache mit meiner Familie einen Ausflug zu Bekannten, die eineinhalb Stunden entfernt wohnen. Normalerweise höre ich auf der Autofahrt immer Musik, um mir die Zeit zu vertreiben. Aber da Spotify nur auf dem Handy funktioniert, muss ich darauf verzichten.

20:15 Uhr – Das Abendprogramm steht an – offline. Normalerweise würde ich mich jetzt mit Facebook, YouTube und Instagram beschäftigen. Fällt alles weg. Deshalb schaue ich mit meiner Familie Fernsehen.

22:30 Uhr – Im Fernsehen läuft nur Müll. Meine Mutter erklärt sich bereit, mit mir ein Brettspiel zu spielen. Die ersten zehn Minuten machen Spaß, aber nach einer halben Stunde hören wir auf. Online zocken ist für mich irgendwie aufregender.

00:30 Uhr – Es ist schon komisch, ganz ohne YouTube-Videos ins Bett zu gehen. Normalerweise gucke ich mir jetzt noch Jacksgap oder PewDiePie an. Aber es heißt ja, dass man ohne Handy besser einschläft. Mal schauen, ob’s stimmt …

 

Tag 2 (Donnerstag)

12:15 Uhr – Ich werde langsam unruhig – ich habe einfach zu viel Freizeit.

15:35 Uhr – Ich fahre mit dem Fahrrad zu dem kleinen Supermarkt im Ort und besorge mir eine Zeitschrift. Das klingt vielleicht langweilig, aber um ehrlich zu sein, stehen da ganz interessante Dinge drin.

16:25 Uhr – Auf dem Heimweg halte ich bei einem Café, um mir ein wenig die Zeit zu vertreiben. Echte Leute anschauen statt Facebook-Profile. Auch spannend. Was meine Freunde wohl so machen? Es ist komisch, gar nichts mehr mitzubekommen.

17:40 Uhr – Zuhause habe ich eine neue Idee: Brötchen backen. Ich muss mich konzentrieren und denke nicht an mein Handy.

21:15 Uhr – Zum Abendessen essen wir die leckeren Brötchen. Danach setze ich mich wieder vor den Fernseher und schaue einen Film.

 

Tag 3 (Freitag)

10:00 Uhr – Mein Vater hat mir die FAZ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) vom Kiosk mitgebracht. Die ist ziemlich dick und hat eine Menge Inhalt, der mir wenigstens ein paar Updates aus der Außenwelt ermöglicht. Da stehen auch nicht nur langweilige Börsennachrichten drin, sondern echt interessante Storys von Menschen aus aller Welt.

22:35 Uhr – Ich schaue einen groß angekündigten Actionfilm im Fernsehen, merke aber schnell, dass er ziemlich schlecht ist. Jetzt weiß ich nicht, was ich machen soll. YouTube hätte bestimmt was Lustiges anzubieten. Wenn nichts Gutes im TV läuft, vermisse ich das Internet total!

 

Tag 4 (Samstag)

12:12 Uhr – Ich möchte meinen Freund über WhatsApp fragen, ob wir nächste Woche etwas unternehmen. Ich will ihn übers Festnetz anrufen, habe aber seine Nummer nicht. Vielleicht schreibe ich ihm morgen eine Postkarte. Seine Adresse weiß ich zum Glück.

15:00 Uhr – Ich habe mir wieder eine Zeitschrift gekauft. Die dritte in vier Tagen.

 

Tag 5 (Sonntag)

10:29 Uhr – Ich habe das Offline-Experiment noch einmal durchdacht. Dabei ist mir aufgefallen, mit welchen unwichtigen Sachen wir oft unsere Zeit am PC verbringen. Stundenlang davor sitzen, ohne etwas Produktives zu machen. Ich werde versuchen, in Zukunft mehr offline zu unternehmen.

15:23 Uhr – Habe eine Postkarte für meinen Freund gekauft. Das kostet mehr als eine SMS! Ich hoffe, er freut sich.

20:00 Uhr – Heute Abend sind Freunde meiner Eltern zu Besuch. Gerade haben sie sich gegenseitig die neuesten Bilder und Videoclips auf ihren Smartphones gezeigt. Komischerweise nervt mich das.

 

Tag 6 (Montag)

09:45 Uhr – Der vorletzte Tag meines Experiments ist angebrochen. Ich merke, dass ich mich viel besser konzentrieren kann als noch vor einer Woche, zum Beispiel beim Lesen.

13:30 Uhr – Gerade spiele ich mit meinem Vater Fußball am Strand. An mein Handy denke ich fast nicht mehr. Ich kann mich voll und ganz auf den Sport konzentrieren.

 

Tag 7 (Dienstag)

10:30 Uhr – Der letzte Tag. Allmählich wird das Internet immer unwichtiger für mich. Ich hoffe wirklich, dass ich morgen nicht sofort in den Online-Trott zurückzufalle, sondern das Positive aus dem Experiment beibehalten kann.

13:13 Uhr – Ich laufe am Strand entlang und genieße das Meeresrauschen. Normalerweise würde ich jetzt mein Handy zücken, alles fotografieren und die Bilder meinen Freunde schicken. Heute mache ich mir diesen Stress nicht. Ich erlebe lieber alles offline und „in echt“ statt durch einen 4-Zoll Handy-Bildschirm.