Veggie-Burger

Ob Veggi-Bratwurst, Seitan-Gulasch oder Lupinen-Hack: Wie gesund sind Produkte aus Fleischersatz wirklich?

Tiere müssen dafür nicht leiden, sie schaden dem Klima weniger und schmecken immer besser. Kein Wunder, dass Tofufrikadellen, Sellerieschnitzel oder Seitansteaks in deiner Generation boomen. Wusstest du, dass sich junge Leute zwischen 15 und 29 Jahren doppelt so häufig vegetarisch oder vegan ernähren wie die übrige Bevölkerung? Doch selbst Fleischliebhaber kommen inzwischen auf den Geschmack und greifen immer öfter zu den imitierten Produkten. Sie bestehen zum Beispiel aus Hülsenfrüchten (Soja, Erbsen oder Lupinen), Jackfruit, Pilze oder Getreide. Aber es gibt auch künstliches Fleisch aus Milch oder Hühnereiweiß.

Gehörst du auch zu denjenigen, die aus gesundheitlichen Gründen auf die tierischen Originale verzichtest? Bei fast 40 Prozent der Konsumenten von Veggi-Schnitzel & Co. spielt dieses Argument eine Rolle, zeigen Befragungen. Doch stimmt das überhaupt? Sind Fleischersatzprodukte dem tierischen Vorbild in punkto Nährwert, Fettmenge oder Eiweißgehalt wirklich überlegen?

Fleischverzicht ist gesund

Gut zu wissen: Generell halten Fachleute den Verzehr von rotem Fleisch und zu hoher Konsum an gesättigten Fettsäuren aus tierischen Lebensmitteln für bedenklich. Wurstbrote, Gyros und Burger stehen unter Verdacht, das Risiko für Krebs, Herzinfarkt oder Diabetes zu erhöhen. Da kannst du also punkten, wenn du lieber die Imitate aus Getreide oder Hülsenfrüchten isst.

Forscher haben auch herausgefunden: Diese trendigen Lebensmittel schneiden in punkto gesunder Ernährung dann relativ gut ab, wenn sie aus rein pflanzlichen Zutaten bestehen und ihr Rohstoff so wenig wie möglich industriell weiterverarbeitet wurde. Dann spricht für Tofu, Seitan oder Tempeh, dass sie bei Eiweißqualität und -gehalt mit echtem Fleisch locker mithalten können. Zudem sind die Mahlzeiten im Vergleich zu den Originalen oft kalorienärmer, relativ naturbelassene Zubereitungen enthalten auch nicht so viel Fett. Der Anteil an gesünderen Fetten ist bei ihnen oft höher als bei den tierischen Vorbildern. Gute Nachrichten auch, wenn du es am liebsten vegan magst: Die tierleidfreie Kost ist garantiert cholesterinfrei.

Fleischersatz ist nicht gleich Fleischersatz

Bei allen positiven Nachrichten: Fleischimitate sind nicht per se gesund. Häufig mengen die Hersteller den meist pflanzlichen Eiweißquellen jede Menge künstlichen Zusatzstoffe bei. Das soll vegane Burger, Würstchen oder Steaks schmackhafter, länger haltbar und besser formbar machen. Ernährungsexperten kritisieren auch, dass einige der angepriesenen Rezepturen zu viel Salz, Fett oder Zucker enthalten. Selbst Produkte, die wegen bestimmter Nährwerte als besonders empfehlenswert ausgelobt werden, lösen dieses Versprechen nicht immer ein. Aus ernährungsökologischer Sicht ist zu bemerken, dass es bei Soja und Lupine einen Trend zu heimischem Bioanbau gibt.

Das zeigt: Fleischersatz ist nicht gleich Fleischersatz. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Angeboten groß. Das bedeutet für dich: Möchtest du dich in punkto Gesundheit bewusst ernähren, studiere gleich beim Einkauf die Packung. Vergleiche die verschiedenen Produkte, die du im Regal findest. Wie viele Zutaten sind jeweils dort enthalten? Was findest du zu den Nährwerten? Du wirst sehen, wie unterschiedlich zum Teil die Angaben sind. Immer daran denken: Je naturbelassener Tofu, Seitan oder Lupine sind, umso besser! 5 Tipps für gesunde Ernährung findest du übrigens hier.

So, und jetzt?

Wenn du dich gesund ernähren willst, ist es keine schlechte Idee auf Fleisch zu verzichten. Um dabei den Genuss von Burger & Co. nicht zu vermissen, kannst du auf jeden Fall auf pflanzliche Fleischersatzprodukte zurückgreifen. Es gibt mittlerweile echt viele Alternativen, die gut schmecken und auch relativ gesund sind. Dabei kommt es jedoch immer ganz auf das Produkt an. Manche sind wegen vieler beigemischter Inhaltsstoffe und eines hohen Grads an industrieller Verarbeitung nicht ganz so ideal. Um das abzuchecken am besten auf die Inhaltsstoffe schauen – oder gleich selbst machen. Dann weißt du auf jeden Fall was drin ist! Wie wäre es zum Beispiel mit leckeren Spaghetti Sojanese? Hier ist das Rezept:

Mhhh, lecker! Diese Pasta schmeckt fast wie klassische Bolognese – ist aber fleischfrei!

Spaghetti mit Sojanese

Zutaten: 1 fein gehackte Zwiebel, 2 EL Olivenöl, 175 g Sojagranulat, 1 kleine Aubergine, 1 Zucchini, 1 gelbe Paprikaschote, 1 kleine Dose stückige Tomaten, Salz, Pfeffer, 1 Prise Zucker, je 2 Zweige Thymian und Rosmarin, 1/2 Bund Basilikum, 300 g Vollkornspaghetti

Zubereitung: Gemüse klein schneiden. Zwiebel in Öl andünsten. Sojagranulat dazugeben und unter Rühren einige Minuten anbraten, dann Gemüse fünf Minuten mit braten. Tomaten hinzugeben und 100 ml Wasser angießen. Jetzt Thymianblättchen und gehackten Rosmarin einstreuen. Zugedeckt 10 Minuten garen lassen. Spaghetti bissfest kochen. Mit Sauce und Basilikum servieren.

Nährwerte für 1 Portion: 504 kcal, 60 g KH, 5 BE / 6 KE

Was ist dein liebstes Gericht mit Fleischersatz? Schreib uns eine DM oder tausche dich mit anderen Veggie-Lovern in den Kommentaren aus!