Dabei sein? Gerne. Im Mittelpunkt stehen? Auf keinen Fall! Wer schüchtern ist, hat es im Leben nicht immer leicht. Wir verraten dir, was hinter der Schüchternheit steckt und wie du sie überwinden kannst.

Eins vorweg: Jeder ist ein wenig schüchtern. Auch wenn es auf den ersten Blick oft nicht so erscheinen mag. Schüchternheit ist auch absolut nichts Schlimmes. Im Gegenteil: Viele Menschen empfinden ein gesundes Maß an Zurückhaltung als durchweg sympathisch.

Warum sind wir schüchtern?

Schüchternheit kann viele Ursachen haben. In den allermeisten Fällen finden wir sie in unserer frühesten Kindheit. So sind auch die Eltern von schüchternen Menschen oft eher zurückhaltend. Doch auch das Gegenteil kann der Fall sein: Wer viel von seinen Kindern fordert, überfordert sie schnell. Können wir den hohen Ansprüchen nicht gerecht werden, fühlen wir uns schnell minderwertig und trauen uns weniger zu. Beim Heranwachsen wird dieses Gefühl dann verstärkt. Wer immer nur am Rand steht, sieht sich in seinem negativen Selbstbild permanent bestätigt. Ein Teufelskreis.

Es ist okay, schüchtern zu sein!

Wenn du diesen Artikel liest, bist du vermutlich eher der schüchterne Typ. Und das ist auch vollkommen okay so. Schließlich hast du dich nicht aktiv dazu entschlossen, schüchtern zu sein und bist deswegen auch kein schlechterer Mensch. Versuche im ersten Schritt, deine Schüchternheit zu akzeptieren und dir über deine positiven Charaktereigenschaften bewusst zu werden. Hierzu empfehlen wir dir auch unsere 10 Tipps für mehr Selbstbewusstsein.

Erst handeln, dann denken

Hört sich vielleicht komisch an, ist aber so. Was denken andere von mir? Bin ich interessant genug? Was, wenn ich versage? Wer ständig sämtliche Konsequenzen seines Handelns durchdenkt, kommt meist gar nicht erst zum Handeln.
Schiebe solche Gedanken also am besten erst einmal zu Seite und stürz dich ins Geschehen! Um dir diesen Schritt zu erleichtern, haben wir dir exemplarisch drei Übungen zusammengestellt:

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1. Sprich Passanten an
Passanten sind die perfekten Übungspartner. Eure Begegnung ist in der Regel kurz und nicht selten einmalig. An ihnen kannst du gut üben, dich selbst zu überwinden: Frage nach der Uhrzeit, dem Weg oder grüße einfach freundlich.

2. Frag im Supermarkt nach Produkten und sprich die Namen falsch aus
Easy: Jeder von uns hat schon mal in einem Supermarkt nach der Milch oder den Eiern gefragt. Aber nach Tschaschiki, gemischtem Lack oder Banananos? Eher selten. Diese Übung bringt eine Menge Spaß und hilft dir dabei, auch unangenehme Situationen auszuhalten. Und nie vergessen: Der Kunde ist König.

3. Leg dir ein neonfarbenes Shirt zu und trage es stolz durch die Stadt
Zugegeben: dieser Schritt benötigt vielleicht etwas mehr Selbstüberwindung. Aber auf diese Weise übst du, im Mittelpunkt zu stehen – und damit umzugehen. Alternativ zu einem ausgefallenen Outfit kannst du natürlich auch auf einem Bein hüpfen oder laut schreien. Probiere etwas zu machen, mit dem du wirklich jedem auffällst.

Du sollst nicht zum Klassenclown werden, um deine Schüchternheit zu überwinden – und dich erst recht nicht verstellen. Bleibe du selbst, aber teste mit verschiedenen, mitunter ausgefallenen Aktionen die Wirkung auf andere. Du wirst sehen: Mit der Zeit werden dir diese Übungen immer leichter fallen.

Natürlich kannst du dir weitere Übungen ausdenken – dein ganzer Alltag ist ein einziger Trainingsplatz. Lass dir im Restaurant die Karte vom Kellner vorlesen, trage bei Sonnenschein einen Regenschirm und Gummistiefel oder klingle beim Nachbarn, um ihm zum Geburtstag zu gratulieren: deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Schon bald wirst du genügend Selbstbewusstsein gesammelt haben, um auch in deinem persönlichen Alltag selbstbewusster zu handeln. Denn es werden Situationen kommen, das weißt du, in denen du deine Schüchternheit überwinden musst. Am besten, du siehst Herausforderung nicht als Probleme, sondern als Chance. Viel Spaß beim Üben!

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