Schluss mit Prokrastination: So schaffst du es, weniger aufzuschieben

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Gehört ihr auch zu den Menschen, die immer alles bis zur letzten Minute aufschieben und dann in Zeitnot geraten, wenn zum Beispiel die nächste Klausur ansteht? Dann seid ihr nicht alleine. Für dieses Phänomen des Aufschiebens gibt es sogar einen Fachbegriff, nämlich Prokrastination, was – Achtung Klugscheißerwissen! – aus dem Lateinischen stammt und so viel wie „für morgen“ heißt.

Wer prokrastiniert, also wichtige Aufgaben chronisch aufschiebt, flüchtet sich stattdessen in viele kleine Aufgaben wie putzen oder aufräumen, weil sie ein schnelleres Erfolgsergebnis versprechen als anzufangen für die Klausur in drei Wochen zu lernen.

Ihr denkt, ihr braucht den Druck? Aber wie wäre es, wenn ihr einmal für euch ausprobiert, ob es nicht auch anders geht? Wie es sich anfühlt, alle Aufgaben rechtzeitig und ohne Druck zu erledigen und keine Panik zu bekommen, wenn die nächste Prüfung näher rückt?

Nichts mehr aufschieben – das ist leichter gesagt als getan, aber es lohnt sich. Diese 8 Tipps solltet ihr berücksichtigen, wenn ihr ab sofort weniger aufschieben wollt:

1. Aufgaben teilen

Wenn ihr vor einer wichtigen Aufgabe steht und sie euch so riesig vorkommt, dass ihr einfach nicht wisst, wo ihr anfangen sollt, hilft es, die Aufgabe in mehrere kleine Teilaufgaben zu zerlegen. Diese müssen allerdings klar definiert sein, um euch nicht in vielen Einzelheiten zu verlieren. Arbeitet die Aufgaben konsequent nacheinander ab und denkt auch daran euch Pausen einzuplanen, um wieder neue Kraft und Konzentration zu tanken.

2. To-do-Listen erstellen

Viele Prokrastinierende halten bereits alle Aufgaben auf einer To-do-Liste fest. Die Liste bedeutet aber noch nicht, dass die Aufgaben auch erledigt werden. Fangt deshalb am besten mit dem Unangenehmsten an. Habt ihr das einmal durchgezogen und etwas von eurer Liste abgehakt, kommt euch der Rest wahrscheinlich auch gar nicht mehr so schlimm vor.

3. Auf eine Aufgabe konzentrieren

Viele Menschen beginnen mehrere Aufgaben gleichzeitig, bringen sie aber nicht zu Ende. Sie sind schnell gelangweilt von einer Aufgabe und wenden sich einer neuen zu, wenn sie an der einen Stelle nicht weiterkommen. Arbeitet lieber eine Aufgabe nach der anderen ab und belohnt euch zwischendurch für eure erfolgreiche Arbeit.

4. Prioritäten setzen

Ja, ihr könntet auch mal wieder eure Stifte nach Farbe sortieren – das hat aber keine Priorität und wird euch auch in den seltensten Fällen weiterbringen. Bereits auf eurer To-do-Liste solltet ihr daher Prioritäten setzen. Markiert euch, was wichtig ist und zuerst erledigt werden muss. In besonders stressigen Phasen, in denen ihr zum Beispiel für mehrere Klausuren lernen müsst, kann es helfen, euch konkrete Zeitpläne für den Tag zu machen. Wichtig ist, dass ihr euch nicht zu viel vornehmt, sondern die Zeit realistisch einplant. Das erfordert ein wenig Übung.

Verschiedene Menschen sind außerdem zu unterschiedlichen Zeiten am produktivsten. Lernt eure produktiven Phasen kennen und erledigt die schwierigen und umfangreichen Aufgaben in dieser Zeit und kleinere Aufgaben, bei denen ihr euch weniger stark konzentrieren müsst, in den nicht so produktiven Phasen.

5. Überblick behalten

Plant euch jeden Tag zehn Minuten dafür ein, eure Unterlagen und euren Schreibtisch und die To-do-Liste in Ordnung zu bringen. Klingt spießig, kann euch aber in stressigen Situationen davor bewahren, im Chaos den Fokus auf das Wesentliche zu verlieren.

6. Ziele setzen

Setzt euch klare Ziele. Fragt euch „Warum muss diese Aufgabe jetzt erledigt werden?“ und macht euch klar, welchen Vorteil ihr dadurch habt. Die Konsequenzen aufzuzeigen, kann euch kurzfristig unter Druck setzen, ist jedoch entscheidend, um die wichtigsten Aufgaben herauszufiltern und fokussiert zu bearbeiten.

7. Hilfe suchen

Ihr seid nicht alleine. Es gibt viele Menschen, denen es schwerfällt, wichtige Aufgaben in Angriff zu nehmen. Deshalb kann es helfen, im Team zu arbeiten und euch mit anderen auszutauschen. Verabredet euch, um ein bestimmtes Projekt zu bearbeiten oder für eine Klausur zu lernen. So habt ihr einen festgelegten Zeitraum, indem ihr euch dazu aufraffen müsst.

8. Smartphone weglegen

Von Prokrastination sind besonders junge Leute betroffen. Das liegt auch an dem stärkeren Konsum mobiler Medien: Noch schnell Facebook checken, ein paar Snaps versenden und dann noch kurz das YouTube-Video zu Ende schauen, kann euch über den Tag verteilt einige Stunden kosten. Wer sein Smartphone während des Lernens für ein paar Stunden zur Seite legt, wird den Unterschied schnell merken.

Der zugleich einfachste und schwerste Tipp bleibt jedoch: Eine Aufgabe, die direkt zu erledigen ist, solltet ihr am besten nicht aufschieben. Dann können sich gar nicht erst so viele kleine Aufgaben ansammeln, auf die ihr keine Lust habt. Denn bei manchen Aufgaben kommt diese Lust einfach nie, das gute Gefühl etwas erledigt zu haben aber schon.

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