Zigaretten rauchen ist out, Shisha rauchen ist in. Aber ist es wirklich gesünder? Machen Wasserpfeifen abhängig? Und wie sieht es mit den Schadstoffen aus? Wir beantworten die wichtigsten Fragen!

Mit Freunden chillen, dabei eine Shisha kreisen lassen und genüsslich den blubbernden, kühlen Rauch einatmen, der ja gar nicht nach Rauch, sondern nach exotischen Früchten schmeckt – da können auch überzeugte Nichtraucher schwach werden! Shisha-Tabak wird in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten – von Fruchtaromen über Minze bis Zimt. Und in Großstädten wie Hamburg, Berlin oder München gibt es mittlerweile an jeder Ecke eine Shisha-Bar oder einen Shisha-Shop. Jeder dritte Jugendliche zwischen 12 bis 17 Jahren hat schon einmal Wasserpfeife geraucht, jeder zehnte innerhalb der letzten 30 Tage.

Weniger schädlich als Rauchen? Nein!

Viele denken, dass Shisha-Rauchen nicht gesundheitsschädlich ist – oder zumindest deutlich unschädlicher als Zigarettenrauchen. Der oft als fruchtig und erfrischend empfundene Geschmack und der kühle Rauch, der kaum im Hals kratzt, lassen die Sache als harmlos erscheinen. Und schließlich werden Wasserpfeifen in der Regel nicht täglich, sondern nur gelegentlich in der Gruppe geraucht. Aber: Wie jeder Tabakrauch ist auch Shisha-Rauch ein Giftgemisch aus schädlichen, teilweise krebserregenden Substanzen, die beim Rauchen tief in die Lunge gelangen. Denn da der wassergekühlte Qualm nicht im Hals kratzt, inhaliert man ihn oft tiefer als heißen Zigarettenrauch.

Gut zu wissen: Laut Weltgesundheitsorganisation inhalieren Wasserpfeifenraucher pro Shisha-Sitzung den Rauch von hundert filterlosen Zigaretten. Dabei bekommen sie deutlich mehr Schadstoffe ab als beim Zigarettenrauchen.

Wird der Rauch gereinigt? Nein!

Aber wird der Shisha-Rauch nicht durch das Wasser gereinigt und ist somit trotz des höheren Rauchvolumens ungefährlicher? Da müssen wir euch leider enttäuschen: Der Rauch „wandert“ in kleinen Bläschen durch das Wasser und erzeugt dabei das typische Blubbern. Die Oberflächenspannung der Bläschen verhindert jedoch, dass der Rauch mit dem Wasser in Kontakt kommt. Also wird er auch nicht „gereinigt“, und giftige oder krebserzeugende Verbrennungsprodukte gelangen ungefiltert in die Lunge. Der Rauch wird durch das Wasser lediglich gekühlt, was die Inhalation erleichtert.

Gut zu wissen: Nicht falsch, aber irreführend ist die Aussage, dass Shisha-Tabak keinen „Teer“ enthält. Dabei handelt es sich nämlich um einen Oberbegriff für alle bei der Tabakverbrennung entstehenden Schadstoffe außer Nikotin. Teer entsteht also erst, wenn Tabak erhitzt wird – sei es in der Zigarette oder in der Shisha.

Macht Shisha-Rauchen krank? Ja!

Wasserpfeifenrauch enthält mehr als 80 schädliche chemische Substanzen. Vorsicht, hier kommen jetzt ein paar komplizierte Begriffe, aber wir wollen sie der Vollständigkeit halber aufzählen: polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Aldehyde, Nitrosamine, Benzol und Schwermetalle wie Nickel, Chrom oder Blei. Was die Stoffe gemeinsam haben: Viele sind krebserregend oder stehen zumindest im Verdacht, Krebs zu erzeugen. Wissenschaftler konnten zeigen, dass Shisha-Raucher während einer Sitzung 46-mal mehr krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und 13-mal mehr flüchtige Aldehyde einatmen als beim Rauchen einer Zigarette. Wer längere Zeit regelmäßig Shisha raucht, hat ein deutlich erhöhtes Risiko für Lungenkrebs und Tumoren in Mund oder Rachen, bekommt häufiger Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wenn Schwangere Shisha rauchen, besteht zudem die Gefahr, dass das Kind bei der Geburt zu leicht ist

Gut zu wissen: Beim gemeinsamen Gebrauch eines Mundstücks können sich Infektionskrankheiten verbreiten – nicht erst seit Corona! Wenn mehrere Menschen zusammen Shisha rauchen, können Speichelreste zum Beispiel Herpes- oder Hepatitisviren übertragen – von Erkältungs- und Coronaviren ganz zu schweigen.

Sind Vergiftungen möglich? Ja!

Ein weiteres Problem ist der hohe Anteil an giftigem Kohlenmonoxid. Messungen zeigen, dass Shisha-Raucher während einer Sitzung etwa die Menge einatmen, die in acht Zigaretten steckt. In stickigen Shisha-Bars kann das fatale Folgen haben: Wird nicht regelmäßig gelüftet, reichert sich das farb- und geruchlose Gas unbemerkt in der Raumluft an und kann eine lebensbedrohliche Kohlenmonoxidvergiftung mit Bewusstlosigkeit und Erstickungsgefahr verursachen. In Deutschland nehmen Vergiftungsfälle in Shisha-Bars seit einiger Zeit deutlich zu.

Gut zu wissen: Um das Risiko zu reduzieren, sollte jede Shisha-Bar für ausreichende Belüftung sorgen oder entsprechende Klimaanlagen installieren.

Macht Shisha-Rauchen süchtig? Ja!

Obwohl das Abhängigkeitspotenzial von nikotinhaltigem Shisha-Rauch in Studien eindeutig bestätigt werden konnte, wird die Suchtgefahr in der Regel unterschätzt. Experten vermuten, dass sie ähnlich groß ist wie bei Zigaretten. Da ihr aber während einer Shisha-Session die Nikotinmenge von zehn Zigaretten aufnehmt, können sich bereits bei einmal wöchentlichem Wasserpfeifenkonsum Abhängigkeitssymptome entwickeln. Und so greifen viele Shisha-Raucher früher oder später auch zur Zigarette. Damit handelt es sich um eine Einstiegsdroge: Die Shisha-Raucher von heute sind die Zigarettenraucher von morgen.

Gut zu wissen: Als Alternative gibt es auch nikotinfreien Tabak. Der macht zwar nicht süchtig, ist aber trotzdem nicht gesünder: Beim Erhitzen entstehen die gleichen Schadstoffe wie bei normalem Tabak.

Unser Fazit

Shisha Rauchen wirkt vielleicht cool, gesund ist es aber sicher nicht. Traut euch ruhig, auch einmal „Nein“ zu sagen, wenn euch jemand einen Schlauch anbietet. Wenn ihr weitere Fragen zum Thema habt, schreibt uns gerne eine DM bei Insta!