Viele Apps rufen mittlerweile aus, mittels Fotos zu kommunizieren. Durch z.B. Snapchat, Kinder, WhatsApp & Co ist es super einfach, mal eben ein Foto an jemanden zu schicken. Besonders heikel kann das beim sogenannten Sexting (Mischform aus „sex“ und „texting“), also dem Verschicken/Austauschen von freizügigen oder Nacktbildern übers Internet oder Smartphone, werden.

Laut einer Umfrage der EU-Initiative SaferInternet, haben bereits mehr als 50% aller Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren schon Berührungspunkte mit Sexting gehabt.

Die häufigsten Gründe, die für das Versenden und Erhalten von Nacktfotos angegeben wurden, sind:

  • Kennenlernen & Flirten,
  • Beziehungspflege,
  • Sexuelle Aufreizung,
  • Selbstdarstellung.

Sexting entsteht meist aus Neugier oder sozialem Druck: Viele Jugendliche setzen sich mit ihrer Sexualität auseinander – dazu gehört die Frage, ob man für andere interessant und begehrenswert ist. Dabei dient oft auch die Orientierung an Vorbildern – ob aus dem persönlichen Umfeld, den sozialen Netzwerken oder freizügigen Pop- und Film-Stars. Manche erstellen erotische oder sogar pornografische Selfies oder Kurzvideos im Rahmen einer festen Beziehung.

Immerhin ist sich ein Großteil der Jugendlichen der Gefahren bewusst. Denn: Sexting“ kann leicht zu Cybermobbing oder dem Erpressen weiterer Aufnahmen (sog. Sextortion) führen. Knapp die Hälfte der Befragten gab an, jemanden zu kennen, der schlechte Erfahrungen mit Sexting gemacht hat:

  • Bei 81 % der Betroffenen wurden die freizügigen Bilder im Freundeskreis verbreitet.
  • 55 % der betroffenen Personen wurden verspottet.
  • 14 % der Betroffenen wurden erpresst.

Umso wichtiger ist – auch den Jugendlichen selbst – eine frühzeitige Aufklärung seitens der Eltern und auch z.B. in den Schulen. Wer betroffen ist, sollte auch mit Vertrauenspersonen, wie den Eltern, sprechen. Es gibt auch Beratungsstellen, bei denen ihr euch anonym informieren und Hilfe in Anspruch nehmen könnt, z.B. hier.