junger Mann hat sich den halben Bart abrasiert

Bei dem einen sprießen die Barthaare spärlich, bei dem anderen tut sich gar nichts. Doch das muss nicht so bleiben. Was du tun kannst, wenn’s mit dem Bartwuchs nicht klappt.

Pubertät = Bartwuchs, oder? Was, wenn kein Haar wächst?

Wann die Haare anfangen zu wachsen, ist individuell. In der Regel passiert das zwischen dem 13. und 18. Lebensjahr. In dieser Zeit sind männliche Sexualhormone verantwortlich für die zunehmende Körperbehaarung. Ein erstes „Bärtchen“ auf der Oberlippe hast du vielleicht schon. Nach und nach werden die Haare kräftiger, wachsen um Kinn und Hals, später breiten sie sich auf den Wangen aus. Bis zum dichten Hipster-Vollbart kann es aber ein paar Jahre dauern. Ja, der Bartwuchs ist ein echtes Geduldsspiel. Also: Gib deinem Bart noch eine Chance, wenn er nicht gleich so will wie du.

Warum haben manche Jungs starken Bartwuchs und manche keinen Bart?

Das unterschiedliche Haarwuchs-Level in der Pubertät ist völlig normal. Die Stärke der Behaarung wird hauptsächlich von den Genen und vom männlichen Sexualhormon Testosteron bzw. seiner Vorstufe, dem Dihydro-Testosteron (DHT) gesteuert.

Damit die Zellen der Gesichtshaut angeregt werden, Barthaare auszutreiben, muss der Körper das DHT in Testosteron umwandeln. Klappt das gut, entsteht ein satter Bart. Dieser Prozess kann aber im Körper gestört sein. Die Folge: wenig bis kein Bartwuchs.

Nun zu den Genen. Wie gut das Barthaar auf das Testosteron reagiert, ist erblich. An den Haarwurzeln sind bestimmte Andockstellen für das Testosteron, sogenannte Rezeptoren. Gibt es zu wenig Rezeptoren, kann das Hormon kein Wachstum ankurbeln. Viel Testosteron nützt also nicht zwingend viel, wenn Rezeptoren fehlen.

Und jetzt das: Die Menge und Verteilung der Haarwurzeln ist auch genetisch festgelegt. Hat dein Papa Lücken im Bart oder sind die Haare spärlich gesät, stehen die Chancen für dich eher schlecht.

Ein Tipp für alle, die (noch) bartlos daherkommen:

Bartträger mit lichten Problemzonen können es mal mit einer Bartform probieren, die zum eigenen Haarwuchs passt. Es muss ja nicht immer der Vollbart sein.

Und: Wer weniger Testosteron-Rezeptoren hat, ist weniger gefährdet für Haarausfall am Kopf. Das ist fair, oder?

Kann sich der Bartwuchs im Alter ändern?

In der Pubertät zeigt sich schon, wie stark das Barthaar auf das Testosteron anspringt. Die good news: Mit zunehmendem Alter wird der Bartwuchs regelmäßiger, die Haare wachsen schneller und die Bartstärke nimmt zu. Der Hormonhaushalt verändert sich nach der Pubertät, zirka ab dem 20. Lebensjahr. Bis 35 ist meist noch alles drin!

3 Mythen zum Bartwuchs

Es gibt etliche Behauptungen zum Bartwuchs, die sich hartnäckig halten. Unsere Top 3 Bart-Mythen:

  1. Häufiges Rasieren lässt die Haare schneller wachsen
    Leider nein. Bei der Rasur kommt man mit der Wurzel, die für Wuchs und Qualität des Barthaarhaars verantwortlich ist, gar nicht in Berührung. Wie entsteht dann der Eindruck? Die nachwachsenden Stoppeln sind hart und dick, dadurch optisch auffälliger und der Bartansatz somit schnell wieder spürbar.
  2. Honig um den Bart schmieren
    Eine interessante Idee, für dessen Erfolg es aber bislang keine Hinweise gibt. Bevor du dein Gesicht mit Honig zukleisterst, raten wir dir, lieber was anderes auszuprobieren.
  3. Der Bart wächst nachts schneller

Stimmt nicht. Aber: Das Schlafverhalten beeinflusst deinen Testosteronspiegel. Zu wenig Schlaf über längere Zeit kann die Hormonproduktion hemmen.

Was fördert den Bartwuchs?

Nicht immer lässt sich sicher sagen, was dem Einzelnen hilft. Ein Arzt oder eine Ärztin sind da in jedem Fall die kompetentesten Ansprechpartner. Wichtig ist, dass du dich gesund ernährst, Sport treibst und wenig Stress hast. Das stabilisiert deinen Testosteronhaushalt.

Wie sieht’s aus mit:

Freiverkäuflichen Bartölen, Lotionen, Sprays & Bartwuchsmitteln

Produkte wie Öle, Cremes & Co. dienen eher der Bartpflege. Sie machen das Haar geschmeidiger und vermindern Haarbruch. Dazu enthalten sie Mikronährstoffe, die den Bartwuchs beschleunigen sollen. Dafür gibt es aber keine Nachweise. Bartwuchsmittel beinhalten meistens durchblutungsfördernde Stoffe, was die Haare zum Wachsen anregen soll. Die Wirkung ist auch hier nicht belegt.

Trockenrasur

Oft ist das „Bartbild“ in der Pubertät gestört durch Hautunreinheiten. Tendierst du dazu, raten Ärzte zur Trockenrasur. Die Nassrasur reizt die Haut eher und begünstigt Rasierpickel.

Minoxidil

Als Lösung oder Schaum wird Minoxidil bei erblich bedingtem Haarausfall eingesetzt. Jugendliche und Männer verwenden das Medikament, um den Bartwuchs zu fördern. Ob das so funktioniert, ist nicht 100% gesichert.

#Movember – was steckt hinter der Bart-Aktion?

Mo… what? „November“ + „Moustache“ macht „Movember“. Es ist der Name einer globalen Bewegung für Männergesundheit, die jedes Jahr im November stattfindet. Männer sind aufgerufen, sich als Zeichen der Solidarität einen Schnäuzer wachsen zu lassen. (Der beste Zeitpunkt, es auszuprobieren!) Wer naturgegeben an dieser Stelle keinen Bartwuchs hat, kann auch mit Klebebärten arbeiten.

#Movember – Was ist das Ziel?

Aufmerksamkeit generieren, Spenden sammeln und damit Projekte finanzieren. Denn: Männer sterben im Durchschnitt sechs Jahre früher als Frauen – weltweit.

Wer steckt dahinter? Die Australier Travis Garone und Luke Slattery hatten 2003 in Melbourne dafür die Idee. Mit 30 Freunden fing alles an, heute sind es im Schnitt 5 Millionen Teilnehmer. 1.250 Gesundheitsprojekte sind entstanden. Unter anderem investieren die Gründer in klinische Forschung zu Prostata- und Hodenkrebs. Also, auf zu den „Bart Hair Days“ und macht mit über movember.com oder die sozialen Medien unter #movember. Schaut mal bei uns auf dem Insta-Kanal, da haben wir auch ein paar Inhalte dazu!