Ein Gap-Year einlegen – danach sehnen sich viele. Vor allem nach dem stressigen Abitur oder Studium verspüren sie den Drang, für eine Weile auszubrechen, in andere Kulturen einzutauchen, etwas wirklich Prägendes zu erleben. So ging es auch Maddy. Zugleich wollte sie ihr Gap-Year sinnvoll nutzen: ein Jahr „Auszeit“ im Waisenhaus. Uns hat sie erzählt, was sie in ihrem Gap-Year erlebt hat.

Die Motivation macht‘s

Schon immer hat sie das Reisen fasziniert. Von England nach Rabat, von Rabat nach Kao Lak, ihr Trip ging schon eine Weile um die Welt: „Irgendwann veränderte sich etwas in mir, irgendwas war plötzlich anders. Der Wunsch, etwas zurückzugeben, wurde schnell immer größer“. Bei einer Recherche in Social-Media stieß sie auf SFLIG, eine Organisation mit hohem Bedarf an Freiwilligen. Einige Mails und zwei lange Telefonate später buchte sie den Flug nach Ghana. „Ich musste nicht mehr lange überlegen, mein Traum war ganz nah“, strahlt Maddy. Also packte sie und reiste los – ganz auf sich allein gestellt.

Die Aufgaben eines Volunteers

Die Reise in eine andere Welt begann. „Ich hatte anfangs riesengroße Angst“, gibt Maddy zu, „doch die verflog schnell – während ich mich verliebte“. Nicht in einen Menschen, sondern in ein Land. Gemeinsam mit zwei weiteren Volunteers startete sie ihren ersten Tag in einem Waisenhaus mit angeschlossener Grundschule in Senya Beraku. Ihre Aufgabe? Ihre Entscheidung! Ihre Co-Volunteers Mona, 28, und Louis, 49, waren echte Profis rund um Bauarbeiten, Maddy hingegen liegt Mathematik. „Ich entschied mich, die Kinder in Mathe zu unterrichten. Es war schön, meine Aufgabe selbst zu leiten. Ich konnte mich ihr so komplett hingeben.“ Ihre beiden Kollegen waren „genauso abenteuerhungrig wie ich, ganz wundervolle Menschen“, ergänzt sie.

„Die Freiwilligenarbeit in Ghana war die beste Entscheidung meines Lebens“

Da stand sie nun in einer Schule, in der die Mauern nicht mal Hüfthöhe erreichten. „Die Schule war nur ein Skelett von dem, was sie hätte sein können“, wo es ein Dach gab, fürchtete man sich eher vor dem Einsturz. „Die Kinder waren erst ein bisschen frech, sie sind an Volunteers schon gewöhnt, aber wir haben schnell eine Verbindung aufgebaut. Sie waren großartig“, für Maddy sollte es die prägendste Zeit ihres Lebens werden.

Ein Erlebnis, das bleibt

Während sie über ihre Zeit als Volunteer in Ghana spricht, strahlen ihre Augen und füllen sich gleichzeitig mit Tränen. Man merkt, wie sehr sie das Thema noch immer berührt. „Die Erfahrung dort hat mir ein Gefühl gegeben, das ich am liebsten jeden Tag erleben würde“ – das Gefühl von einem echten Sinn, von Vollendung und Erfüllung.

„Könnte ich jetzt zurück … ich müsste keinen Herzschlag lang darüber nachdenken“

Würde sie wieder nach Ghana können, müsste sie keine Sekunde überlegen, erklärt sie uns. Doch das Leben, aus dem Maddy vorübergehend ausbrechen wollte, sollte irgendwann weitergehen. Was sie am meisten beeindruckt hat? „In Ghana war ich umgeben von Menschen, die unglaublich dankbar dafür sind, am Leben zu sein …“, erzählt Maddy ernst, „und auch die Chance auf Bildung so sehr schätzen. Das ist ein wahnsinniger Kontrast zu meiner Heimat, in der man Leben und Bildung als so selbstverständlich ansieht“.

Wer Erfahrungen wie Maddys sammeln möchte, kann sich zum Beispiel auf der Website www.Freiwilligenarbeit.de über Projekte auf der ganzen Welt informieren. Mehr über Maddys Abenteuer und ihren Weg, „to make the world a better freaking place“, kannst du übrigens auf ihrem Blog madtravelynn.com lesen.

Du möchtest etwas zurückgeben, doch Ghana ist noch einen Schritt zu fern? Auch in Deutschland sind viele Menschen auf Hilfe angewiesen. Durch den Bundesfreiwilligendienst kannst du sie unterstützen und auch hierzulande tätig werden.

Auch in Zeiten von Social-Distancing und Reisebeschränkungen sind Helfer sehr gefragt: Über die Online-Plattform www.Freiwillige-helfen-jetzt.de kannst du dein Engagement in Pflegeheimen, Krankenhäusern oder bei der Lebensmittelversorgung von Bedürftigen anbieten. Jede Hand hilft!

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