Bei den zahlreichen Verhütungsmitteln, die es heute auf dem Markt gibt, ist es gar nicht so leicht, das für sich richtige zu finden. Deswegen stellen wir dir hier – erzänzend zu den hormonfreien Verhütungsmethoden – 6 hormonelle Verhütungsmittel vor.

Vorab: Was ist der Pearl-Index?

Der Pearl-Index sagt aus, wie viele von 100 Frauen, die die jeweilige Methode 1 Jahr lang nutzen, durchschnittlich ungeplant schwanger werden. Ein Pearl-Index von 1 bedeutet also, dass 1 von 100 Frauen im Jahr trotz der Methode schwanger wird. 0,1 bedeutet, dass 1 von 1000 Frauen schwanger wird. Im Umkehrschluss: Je niedriger die Zahl, desto sicherer die Verhütungsmethode.
Achtung: Keins dieser Verhütungsmittel schützt dich vor Geschlechtskrankheiten oder sexuell übertragbaren Krankheiten.

Die Pille

Sicherheit: Pearl-Index 0,1 bis 0,9; Minipille 0,5 bis 3
Wirkungsdauer: während der (kontinuierlich fehlerfreien) Einnahme
Wie funktioniert’s? Die Pille gibt es heute in vielen unterschiedlichen Ausführungen. Jungen Frauen wird häufig die Einphasen-Mikropille empfohlen, die etwas weniger Hormone enthält. Es gibt Pillen, die Östrogen und Gestagen oder ausschließlich Gestagen (Minipille) enthalten. Jede Variante wird einmal täglich zur gleichen Uhrzeit eingenommen, üblicherweise 3 Wochen am Stück. Darauf folgt eine einwöchige Einnahmepause, in der die Periode einsetzt. Es gibt auch Präparate, die ohne Pause eingenommen werden, bei denen die Periode teilweise ganz ausbleiben kann. Die Hormone verhindern den Eisprung und hemmen den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Im Gebärmutterhals baut sich ein fester Schleim auf, der Spermien den Weg abschneidet.
Mögliche Nebenwirkungen: Zu den Nebenwirkungen zählen zum Beispiel Zwischenblutungen, weniger Lust auf Sex, Stimmungsschwankungen bis hin zu Depression oder Thrombose.

Hormonspirale

Sicherheit: Pearl-Index 0,2
Wirkungsdauer: bis zu 5 Jahre, danach muss sie entfernt oder ausgetauscht werden
Wie funktioniert’s? Die Hormonspirale wird in die Gebärmutter eingesetzt und gibt dort konstant eine kleine Menge Gestagen ab. Dadurch werden Spermien verlangsamt und es bildet sich eine Art Schleimpropf im Gebärmutterhals, der ihr Eindringen verhindert. Die Gebärmutterschleimhaut, in die sich eine befruchtete Eizelle einnisten würde, baut sich viel weniger auf. Es kann sogar zu einer schwächeren Periode kommen.
Mögliche Nebenwirkungen: Wer die Hormonspirale nicht gut verträgt, kann wie bei anderen hormonellen Verhütungsmitteln zum Beispiel Kopfschmerzen, depressive Verstimmungen und Unterleibsschmerzen bekommen. Auch Akne, Gewichtszunahme und Libidoverlust zählen zu den Nebenwirkungen.

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Hormonimplantat

Sicherheit: Pearl-Index 0,05
Wirkungsdauer: 3 Jahre, danach muss es entfernt oder ausgetauscht werden
Wie funktioniert’s? Das Implantat wird nach lokaler Betäubung in den Oberarm eingesetzt. Der Arzt verwendet hierfür einen speziellen Applikator. Vor großen Schnitten mit einem Skalpell muss man sich beim Einsetzen also nicht fürchten. Nach ca. 3 Jahren wird es mit einem sehr kleinen Schnitt entfernt oder ersetzt. In der Zwischenzeit gibt es ein Gestagen ab, welches den Eisprung hemmt und die Bildung eines Schleimpropfes im Gebärmutterhals bewirkt. Spermien kommen so nicht mehr zur Eizelle durch. Auch die Gebärmutterschleimhaut wird weniger stark aufgebaut.
Mögliche Nebenwirkungen: Wie bei anderen hormonellen Verhütungsmitteln kann es zu depressiven Verstimmungen, geringerer Lust, Gewichtszunahme, Akne, vaginalen Infektionen oder einem Spannungsgefühl in der Brust kommen. Einige Frauen leiden auch unter sehr unregelmäßigen Blutungen. Die Periode kann dabei sowohl ganz aussetzen als auch sehr lang andauern.

Vaginalring

Sicherheit: Pearl-Index 0,3 bis 0,65
Wirkungsdauer: während der (kontinuierlich fehlerfreien) Anwendung
Wie funktioniert’s? Der Vaginalring wird von der Nutzerin selbst jeden Monat in die Vagina eingeführt (das ist nicht viel komplizierter als bei einem Tampon). Dort gibt er Gestagen und Östrogen ab; die Hormone hemmen den Eisprung und bilden einen Schleimpropf, der Spermien vor dem Weg in die Gebärmutter stoppt.
Mögliche Nebenwirkungen: Zu den Nebenwirkungen zählen unter anderem Akne, weniger Lust auf Sex, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit und Stimmungsschwankungen. Es kann auch zu Entzündungen in der Scheide kommen, die Schmerzen im Unterleib hervorrufen. Auch Zwischenblutungen sind möglich.

Dreimonatsspritze

Sicherheit: Pearl-Index 0,3 bis 0,88
Wirkungsdauer: 3 Monate
Wie funktioniert’s? Die Dreimonatsspritze wird von einem Arzt – wie der Name schon sagt – alle 3 Monate gesetzt. Das enthaltene Gestagen verhindert den Eisprung und baut einen für Spermien undurchlässigen Schleim im Gebärmutterhals auf. Auch der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut wird gehemmt.
Mögliche Nebenwirkungen: Dazu zählen Kopfschmerzen, Akne, depressive Verstimmungen bis hin zu Depressionen, unregelmäßige Blutungen, Gewichtszunahme und Zwischenblutungen. Nach dem Absetzen kann es bis zu zwei Jahre dauern, bis der Zyklus sich wieder einrenkt.
Anmerkung: Von vielen Frauen wird die Dreimonatsspritze als Reserveverhütungsmittel genutzt. Für größtmögliche Sicherheit verwenden viele also zusätzlich zum Beispiel Kondome oder Diaphragmen.

Verhütungspflaster

Sicherheit: Pearl-Index 0,3 bis 0,9
Wirkungsdauer: während der (kontinuierlich fehlerfreien) Anwendung
Wie funktioniert’s? Ein Hormonpflaster enthält die Hormone Gestagene und Östrogene. Jeden Monat wird für 3 Wochen wöchentlich ein Pflaster auf die Haut geklebt (meist am Po, Bauch oder Oberarm). Nach einer einwöchigen Pause klebt man ein neues Pflaster auf. Die Hormone hemmen den Eisprung und das Aufbauen von Gebärmutterschleimhaut. Im Gebärmutterhals bildet sich Schleim, der die Spermien nicht durchdringen lässt.
Mögliche Nebenwirkungen: Die Hormone führen bei einigen Frauen zu Akne, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme, depressiven Verstimmungen, Depressionen, Zwischenblutungen und Schmierblutungen. Es kann auch zu Reaktionen der Haut wie Jucken oder Rötungen kommen.

Möchtest du dich auch über hormonfreie Verhütungsmittel und -methoden informieren? Dann haben wir hier den richtigen Artikel für dich. Auch wenn du dir jetzt einen ersten Eindruck verschaffen konntest, musst du dich unbedingt von deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt ausgiebig beraten lassen. Sie/er kann abwägen, welche Verhütungsmittel sich für dich eignen, und dir alle Fragen beantworten.