Junger Mann sitzt auf einem Stuhl und schaut auf sein Handy

Entspannung aus dem Smartphone: Ein breites Angebot von Achtsamkeits-Apps verspricht Taktiken, mit denen man bei Stress und Krisen gelassen bleibt. Von Meditationsübungen über Einschlafhilfen bis zu Yoga: Ein Überblick über digitale Auswege aus der Stressfalle.

Achtsamkeit üben

Überall dabei sein, in Schule oder Beruf Leistung bringen, in der Freizeit ein Maximum an Spaß haben, Freunde treffen, feiern: Wer nie die Stopptaste findet, macht irgendwann schlapp. Besser ist, du kennst dein Limit und schonst deine Ressourcen. Aber wie geht das? Einfach ist es nicht. Achtsamkeit kann dabei helfen – schon mal gehört?

Achtsamkeit bedeutet: Den Fuß vom Gas nehmen und versuchen, den Augenblick bewusst wahrzunehmen. Eine wichtige Rolle spielt Meditation. Und das ist kein Humbug: Neurowissenschaftler konnten nachweisen, dass sich regelmäßige Übungen in Meditation positiv auf viele Lebensbereiche auswirken. Unter anderem bilden sich im Gehirn neue Nervensynapsen, also Verbindungen zwischen den einzelnen Gehirnzellen.

Online gibt es viele kostenfreie Kurse, geführte Mediationen (zum Beispiel bei Schulstress & Mobbing) und Meditations- und Achtsamkeits-Apps. Im App Store oder Google Play Store findet ihr Meditations-Apps für Android und iOS. Achtung: Neben der kostenlosen Variante steht meist auch ein zahlungspflichtiges Abo zur Wahl. Bei manchen, zertifizierten Apps übernimmt aber deine Krankenkasse die Kosten. Zum Beispiel bei der App 7Mind. Dort kannst du einen Präventionskurs zum Achtsamkeitsbasierten Stressmanagement (ABSM) machen und dir im Anschluss das Geld von deiner Krankenkasse zurückholen.

Unsere Empfehlung: Die Meditation per Online-Kurs oder Achtsamkeits-Apps einfach mal ausprobieren – schließlich brauchst du dafür nicht mehr als eine ruhige Ecke und etwas Zeit.

Lernen mit der Tomaten-Taktik

Wer den Tag vor aufgeschlagenen Büchern verbringt, aber eigentlich non-stop online ist und auf WhatsApp chattet, fühlt sich abends müde – hat aber trotzdem nichts gelernt. Was jetzt hilft? Zum Beispiel die sogenannte Pomodoro-Technik.

Der Software-Entwickler Francesco Cirillo entdeckte in den 1980er Jahren, dass ihm das Lernen in Intervallen leichter fiel als Büffeln am Stück. Sein Tipp: 25 Minuten geistige Arbeit, dazwischen immer wieder Pausen einlegen. Warum „Pomodoro“? Cirillo überprüfte seine Lernmodule mit Hilfe einer Küchenuhr und diese hatte die Form einer Tomate – auf italienisch „pomodoro“.

Um die Methode auszuprobieren, brauchst du nicht mehr Hilfsmittel als ihr Erfinder. Man kann einfach den Timer auf dem Handy entsprechend einstellen. Wer am Laptop arbeitet, kann auch entsprechende Browser-Programme benutzen, zum Beispiel den „Tomato Timer“ (so als Add-On zu finden). Natürlich gibt es auch passende Apps mit ein paar weiteren cleveren Zusatzfunktionen.

Stresshormone wegtrainieren

Was macht dir am meisten Spaß? Schwimmen, Laufen, Tanzen, Radfahren oder Teamsport? Egal, Hauptsache Bewegung! Die ist ideal zur Entspannung, weil der Körper dadurch die Produktion von stimmungsaufhellenden Botenstoffen ankurbeln kann. Die Hormone Endorphin und Serotonin sind wahre Stress-Killer: Sie können Stress-Hormone wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol im Nu neutralisieren.

Besonders effektiv sind Ausdauersportarten, etwa Jogging und Fahrradfahren. Fürs Training zu Hause bieten sich schweißtreibende Workouts an. Anleitungen dazu findet ihr auf verschiedenen Social-Media-Kanälen oder als Apps – meist sogar kostenlos. Wie sinnvoll Fitness-Apps sind und worauf du bei der Auswahl achten solltest, haben wir hier zusammengefasst.

Tipp: AOK-Versicherte, die am AOK Bonus-Programm teilnehmen möchten, können die Datenübertragung eine Fitness-App nutzen. Aktuell werden Google Fit, Apple Health, Fitbit, Samsung Health, Garmin oder Polar unterstützt.

Besser schlafen

Wer morgens erholt aufwacht, ist schon ziemlich gut gegen Stress gewappnet. Guter, ausreichender Schlaf ist essenziell, um entspannt und motiviert den Tag beginnen zu können. Um beim Zubettgehen rasch Ruhe zu finden, helfen digitale Sandmännchen. Die entsprechenden Apps bieten zum Beispiel Naturgeräusche, entspannende Sounds, Mantras und Meditationen oder einfach Geschichten zum Einschlafen. Finde selbst heraus, was dir dabei hilft, den Alltag abzuschalten.

Vielleicht hast du Lust, dir etwas vorlesen lassen? Dann sind Hörbücher oder Podcasts eine Option. Pass aber auf, dass es nicht zu spannend ist und du bis zum Ende wach im Bett liegen bleibst. Damit das nicht passiert, gibt es spezielle Angebote wie „Einschlafen-Podcast“ oder „Die Märchentante“.

Fazit: In sich reinhören, ausprobieren, abschalten

Stress ist definitiv nicht gesund und sollte kein Dauerzustand im Alltag sein. Was bei Stress genau im Körper passiert, kannst du hier nachlesen. Spoiler: Langfristig nicht ratsam!

Um abzuschalten und zu entspannen, gibt es verschiedene Ansätze. Oft ohne großen Aufwand und bei Achtsamkeits-Apps auch nur einen Wischer auf dem Smartphone entfernt. Nimm unsere Tipps als Startpunkt und finde heraus, was dir am besten passt. Gib uns gerne Rückmeldung auf Insta oder melde dich per DM, wenn du noch Fragen zum Thema hast.