Du wünschst dir etwas von deinen Eltern, rechnest aber von vorneherein mit Konflikten? Mit bestimmten Streittipps kommst du leichter an dein Ziel.

Du weißt genau: Deine Mutter oder Vater sagen meist erst einmal „Nein“, wenn du mehr Taschengeld oder ins Konzert deiner Lieblingsband gehen willst. Ob dein Plan, nach dem Abi ein Jahr lang zu verreisen, auch daran scheitern wird? In jeder Familie gibt es das: Streit ist auf jeden Fall vorprogrammiert, wenn du bestimmte Themen ansprichst.

Doch so unangenehm das für dich sein mag: Da musst du durch. Nur wenn du fragst, erreichst du dein Ziel. Kämpfe darum! Vermeide nicht die direkte Auseinandersetzung, nur weil sie dir Angst macht. Ob sie unangenehm wird oder besser als gedacht und erfolgreich, hast du mit selbst in der Hand. Richtig (er)streiten will aber gelernt sein. Hier findest du ein paar Tipps dazu:

Streittipp Nr. 1: Wähle einen günstigen Zeitpunkt

Dein Vater oder deine Mutter kommen müde oder mies gelaunt heim? Kein gutes Timing fürs Gespräch. Vereinbare lieber einen festen Termin, an dem alle gut können, ausgeruht sind und sich bewusst Zeit nehmen. Regel Nummer eins, wenn dich die Diskussion doch unerwartet erwischt und in die falsche Richtung geht: Sage, dass du dich gerade nicht richtig verstanden fühlst. Doch das möchtest du lieber in einem ruhigeren Moment besprechen. Auch gut: Öfter mal eine Pause einlegen, wenn der Wortwechsel zu hitzig wird. Gehe zur Toilette oder mit dem Hund Gassi. Abwarten und Tee trinken kann auch erregte Gemüter beruhigen.

Streittipp Nr. 2: Stecke deine Ziele ab

Mach dir vor der Aussprache bewusst, warum du sie suchst. Geht es dir wirklich „nur“ etwa um den Konzertbesuch? Oder willst du in Wahrheit zu einem Rundumschlag ausholen, weil du insgesamt nicht gut auf deinen Vater oder deine Mutter zu sprechen bist? In dem Fall solltest du diese allgemeine Wut konkret und mit Vorbereitung aufs Tablett bringen. Sonst eskaliert die Situation mit dem Ergebnis, dass die Stimmung erst richtig schlecht ist. Dann kannst du das mit dem Konzert gleich vergessen.

Streittipp Nr. 3: Bereite dich gut vor

Denk darüber nach, warum deine Eltern gegen deinen Vorschlag sein könnten. Überlege dir im Vorfeld gute und aussagekräftige Argumente für dein Anliegen. Formuliere sie gedanklich bereits so aus, wie du sie wortwörtlich vortragen möchtest. Manchmal kann es helfen, solche Sätze aufzuschreiben. Schwarz auf weiß bringst du ihre Schlagkraft oft besser auf den Punkt. Finde inhaltliche Gründe für deinen Wunsch. Etwa so: „Ich kann viele Erfahrungen sammeln und besser Englisch lernen, wenn ich für ein halbes Jahr nach London ziehe!“ Das punktet mehr als der Vorwurf: „Ihr seid ja sowieso dagegen, dass ich ins Ausland gehe!“

Streittipp Nr. 4: Sage innerlich „Ja“ zum Konflikt

Es ist völlig normal, mal nicht einer Meinung zu sein. Falls du von Natur aus eher harmoniebedürftig bist: Sieh das Streitgespräch einfach als Chance. Jetzt kannst du im privaten Rahmen üben, Konflikte zu managen. Da ist es nicht ganz so folgenschwer, wenn du mal übers Ziel hinausschießt. Später im Beruf zum Beispiel ist das heikler.

Streittipp Nr. 5: Spiele Streitpartner nicht untereinander aus

„Mama hat mir das aber erlaubt!“ Fällt dieser Satz im Laufe des Gesprächs, ist das kein gutes Zeichen. Dir wird zwar vielleicht dein Vater deinen Wunsch erfüllen. Aber du sorgst damit für Unfrieden zwischen deinen Eltern. Dazu hast du nicht das Recht. In deinem Inneren weißt du auch, dass du manipuliert hast. Das ist kein Grund, stolz zu sein. Gewöhne dir diese Taktik lieber nicht an. Mit dieser fiesen Masche machst du dich unbeliebt. Haben deine Gegenüber sie durchschaut, stellen sie sich erst recht geschlossen gegen dich auf.

Streittipp Nr. 6: Ich-Botschaften wählen – aber nicht immer

Bei Konflikten raten Experten dazu, von sich selbst zu sprechen und Schuldzuweisungen in Du-Form zu unterlassen. Ein guter Tipp: Dein Gegenüber fühlt sich dadurch nicht so schnell angegriffen – das Gespräch verläuft fairer. In bestimmten Situationen kann es aber durchaus Sinn machen, den Streitpartner direkt zu kritisieren. Das gilt vor allem für schon lange schwelende Konflikte, die bislang tunlichst unterdrückt wurden. Es kann wie ein Gewitterregen klärend sein, wenn du deiner Wut ehrlich und authentisch Raum gibst. Doch das gelingt nur, wenn du deinen Gesprächspartner dabei nicht beleidigst und ganz schnell wieder zu Ich-Botschaften übergehst.

Streittipp Nr. 7: Habe nicht immer recht

Wenn du immer mit allen Mitteln und bockig deinen Willen durchsetzen willst, stellen deine Eltern irgendwann auch mal auf stur. Auf lange Sicht erreichst du mehr, wenn du auch einmal Kompromisse eingehst – oder sogar ganz auf etwas verzichtest. Denn so signalisierst du: Dir geht es um Inhalte und nicht darum, immer zu gewinnen.

Streittipp Nr. 8: Lob statt Ironie wählen

Vermeide Sarkasmus und mehrdeutige Anspielungen. Das verwirrt nur und verletzt. Mit Beschimpfungen bringst du ebenfalls den anderen nur gegen dich auf. Tische auch nicht immer wieder alte Geschichten auf, die dich verletzt haben. Viel erfolgsversprechender ist es, darüber zu sprechen, wo Du und deine Eltern schon einmal eine gute gemeinsame Lösung gefunden habt. Toll, wenn ihr wieder so einen Weg findet.

Worauf wartest du noch?

Egal ob bei Eltern oder Freunden und Freundinnen: Mit diesen Tipps solltest du das nächste Streitgespräch gut vorbereitet angehen können – und im besten Fall auch kriegen, was du wolltest. Erzähl uns gern in einer DM bei Insta, wie es gelaufen ist. Falls du noch offene Fragen zum Thema hast, kannst du die dort auch gerne stellen.