CBD und Cannabis Produkte

Cannabis ist ein Hanfgewächs, das Rauschgefühle hervorrufen kann. Doch wie ist die Wirkung von Cannabis genau? Wie gefährlich ist es, einen Joint zu rauchen? Und wann ist Hanf überhaupt ein Rauschmittel? Wir erklären euch Fakten rund ums Kiffen, die ihr kennen solltet.

Auf Festivals, Open-Airs, im Sommer im Park: Wo gekifft wird, liegt der süßlich-harzige Duft der Joints unverkennbar in der Luft. Auch wenn der Konsum häufig ist und oft von den Ordnungshütern toleriert wird: Besitz und Handel der Droge sind in Deutschland strafbar. Neben Problemen mit dem Gesetzgeber drohen gesundheitliche Risiken. Ein Faktencheck:

Wann ist Hanf eine Droge?

Hanf hat als Nutzpflanze eine lange Tradition. Die Samen sind ein nährstoffreiches Nahrungsmittel und aus den Fasern der Stängel können Textilien hergestellt werden. Der Markt für Hanfprodukte reicht inzwischen von Hanf-Nudeln, -Pesto, -Proteinpulver über Kleidung und Taschen aus Hanf bis zu Tiernahrung. Der dafür verwendete Nutzhanf hat einen verschwindend geringen Gehalt von höchstens 0,2 Prozent an psychoaktiven Wirkstoffen. Haarewaschen mit Hanfshampoo oder eine Mahlzeit mit Hanf-Superfoods machen daher nicht high – egal, wie üppig ihr zulangt.

Ab wann sind Cannabisprodukte illegal?

THC steht für den Pflanzenstoff Delta-9-Tetrahydrocannabinol, welcher für die psychoaktive Wirkung verantwortlich ist. Rechtlich gilt bei Cannabisprodukten eine Wirkstoffgehalt von 7,5 Gramm THC als Grenze – ab da handelt es sich um eine Droge und der Besitz ist ein Verbrechenstatbestand. Der Großteil liegt bei etwa 16 Prozent THC-Gehalt. Das hat eine Untersuchung in den Niederlanden gezeigt. Dort führt das Institut für psychische Gesundheit und Sucht, das Trimbos-Institut, jährlich eine Erhebung über die Potenz von Cannabis durch. Der Anteil des berauschenden Inhaltstoffs wurde durch Kreuzungen erhöht, so dass spezielle Cannabissorten bis zu 35 Prozent THC enthalten können.

Seit 2017 wird medizinisches Cannabis (so der lateinische Name für Hanf) als Arznei angewendet – allerdings nur auf ärztliche Verordnung, also mit Rezept. Zum Kiffen zum Doc? Da hat der Gesetzgeber einen Riegel vorgelegt: Jeder Arzt, der ein Cannabis-Präparat verschreibt, muss die Sinnhaftigkeit der Therapie belegen.

Was ist der Unterschied zwischen THC und CBD?

Neben THC enthält die Pflanze mit den gezackten Blättern noch mehr als 100 wirksame Stoffe, die sogenannten Cannabinoide. Am bekanntesten davon ist CBD (Cannabidiol). Als Medikament ist CBD für eine seltene Epilepsie-Erkrankung im Kindesalter zugelassen. Mittlerweile ist CBD aber auch außerhalb von Apotheken erhältlich und wird viel als Öl, Tee oder Kraut zum Rauchen beworben. Der Wirkstoff soll krampflösend wirken und verspricht Hilfe bei Angst– und Schlafstörungen sowie bei Hautkrankheiten – verursacht aber keinen Rauschzustand wie THC. Die Studienlage für diese beworbenen Wirkungen ist derzeit noch unklar und medizinisch nicht nachgewiesen. Auch ein Problem: Im Internet oder in Drogerien werden viele Produkte angeboten, die manchmal mehr, manchmal weniger CBD beinhalten und dessen CBD-Anteil als Nahrungsergänzungsmittel nicht überprüft wird.

Wie wird Cannabis konsumiert?

Rund ums Kiffen gibt es viele Begriffe: Gras, Shit, Weed, Marihuana… Zudem gibt es unterschiedliche Darreichungsformen: die getrockneten Blüten und Blätter, gepresstes Harz oder Öl. Am häufigsten sind getrocknete Teile der Pflanze, welche wie Tee oder Kräuter aussehen, unter der Bezeichnung Marihuana, Gras oder Ganja im Umlauf.

Aus dem Harz der weiblichen Hanf-Blüten wird Haschisch gewonnen. Es wird zu Platten oder Klumpen gepresst und dann als Piece oder Dope bezeichnet.

Beim Rauchen eines Joints oder einer Wasserpfeife entfaltet sich die Wirkung rasch. Konsumenten spüren die Wirkung bereits nach Minuten. Länger dauert es, wenn Cannabis oral zugeführt wird. Bei Keksen oder Kakao mit THC-haltigem Cannabis kann es über eine Stunde dauern, bis ein Effekt eintritt. Vorsicht: Wer ahnungslos mehrere Space-Cookies knuspert, kann eine üble Überraschung erleben. Die Wirkung kann unvorhersehbarer und sehr plötzlich einsetzen und mit Schwindel, Herzrasen und einem trockenen Mund einhergehen. Möglich sind auch Panikattacken und Kreislaufkollaps. Besser lasst ihr ganz die Finger davon.

 

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Ist Kiffen bald legal?

Verschiedene Parteien setzen sich – zumindest zaghaft – für eine regulierte Abgabe von Cannabis ein. Das gemeinsame Ziel wäre, dem Schwarzmarkt das Wasser abzugraben und das organisierte Verbrechen besser zu kontrollieren. Doch so lange es noch nicht so weit ist, gilt: Besitz und Handel mit Cannabis sind in Deutschland illegal. Übrigens: Bei einem einmaligen Konsum lässt sich THC drei bis sechs Tage nach dem Kiffen nachweisen. Bei regelmäßigem Konsum kann der Wirkstoff noch monatelang nachgewiesen werden.

Wie schädlich ist ein Joint?

Laut Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung 2020 haben 10,4 Prozent der 12- bis 17-Jährigen und 46,4 Prozent der 18- bis 25-Jährigen schon einmal Cannabis ausprobiert. Viele denken: Was ist denn auch dabei? Doch gerade für junge Menschen birgt der Konsum ernste Risiken. In der Pubertät befindet sich das Gehirn noch in einer Phase der Entwicklung. Joints können dann schneller Schäden im Denkorgan verursachen und abhängig machen. Eine Studie hat ergeben, dass sich das Risiko dafür bei jungen Menschen verdoppelt. Wie genau sich Cannabis aufs Gehirn auswirkt, beschreiben wir weiter unten im Artikel.

Problematisch ist, dass der THC-Gehalt von Marihuana in Cannabispflanzen in den letzten Jahren um ein Vielfaches angestiegen ist. Dadurch erhöht sich das Risiko für körperliche und seelische Folgen wie Desorientiertheit, Halluzinationen, gestörtes Ich-Gefühl und paranoide Symptome. Forscher warnen: Wer vor seinem 18. Geburtstag kifft, hat ein deutlich erhöhtes Risiko, später an Depressionen zu leiden. Selbst Cannabis-Befürworter raten daher davon ab, in der Pubertät zum Joint zu greifen. Wer regelmäßig kifft, zieht sich zudem häufig von seinem sozialen Umfeld zurück und entwickelt ein Gefühl der Gleichgültigkeit.

Was passiert beim Kiffen im Körper?

In unserem Gehirn und auch in unserem Körper existieren Bindungsstellen für köpereigene Cannabinoide – die sogenannten Cannabinoidrezeptoren. Dazu zählen Rezeptoren für die Bewegung, das Gedächtnis, die Zeit- und die Sinneswahrnehmung sowie für Stimmung, Konzentration, Koordination und Appetit. Wie ein passender Schlüssel dockt das THC an diese Rezeptoren an und beeinflusst somit unsere Wahrnehmung.

Wie genau wirkt Kiffen aufs Gehirn?

Für Jugendliche unter 25 Jahren, deren Gehirn noch nicht vollständig ausgereift ist, ist der Konsum und die Wirkung von Cannabis besonders gefährlich. Wissenschaftlern ist nun erstmals der Nachweis gelungen, welche bleibenden Efffekte die Droge im Gehirn von jungen Menschen haben kann. Dazu gehören Schwierigkeiten beim:

  • Planen, Priorisieren und Lösen von Problemen
  • Konzentrieren
  • Kontrollieren von Impulsen

Das bedeutet, THC wirkt sich negativ auf Aufmerksamkeit und Lernfähigkeit aus. Untersuchungen zeigen zudem, dass Kiffen auch aufs Gedächtnis geht – das gilt vor allem bei häufigem und dauerhaftem Gebrauch.

Wer in der Jugend kifft, leidet außerdem häufiger unter psychischen Problemen wie Angststörungen und Depressivität. Auch das Risiko für bipolare und psychotische Störungen wie Wahnvorstellungen oder Halluzinationen steigt durch Cannabiskonsum.

Fazit:

Kiffen ist nicht ohne Grund illegal in Deutschland und kann besonders für junge Menschen gefährlich werden. Die legale Variante CBD wird teilweise in der Medizin eingesetzt – für die frei verkäuflichen Produkte ist die Wirksamkeit oft nicht nachgewiesen.

Habt ihr noch Fragen zum Cannabis-Konsum? Schreibt uns gerne eine DM bei Insta! Wenn ihr Hilfe braucht, weil ein Freund oder Freundin einen problematischen Konsum entwickelt hat, schaut mal hier. Ansonsten stehen euch unsere Experten und Expertinnen von Clarimedis zur Verfügung, wenn ihr weitere Fragen zu medizinischen Problemen habt.