Die 7 häufigsten Geschlechtskrankheiten

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Syphilis, Chlamydien & Co. – Geschlechtskrankheiten sind wieder auf dem Vormarsch. Gerade jetzt im Frühling, wo nicht nur die zwitschernden Vögelchen auf Touren kommen, sondern es auch in den Schlafzimmern öfter zur Sache geht. Wir geben dir einen Überblick über die häufigsten Geschlechtskrankheiten, wie sie übertragen werden und wie du dich davor schützen kannst.

 

1.Tripper – Was ist das?

Tripper (Gonorrhoe) kommt vom niederdeutschen Ausdruck „trippen“ und bedeutet „tropfen“. Die Bezeichnung meint damit ein typisches Symptom dieser Geschlechtskrankheit: eitriger Ausfluss bei Mädchen oder aus der Harnröhre bei Jungs. Eine Ansteckung ist möglich, wenn du Sex ohne Kondom hast. Wer zudem seine Sexualpartner häufig wechselt, erhöht das Risiko einer Infektion noch einmal um ein Vielfaches. Ganz wichtig: Wer sich mit Tripper infiziert hat, muss dies dem Gesundheitsamt melden – Tripper ist meldepflichtig!

So wird die Gonorrhoe-Infektion übertragen:

Tripper wird durch ungeschützten Geschlechtsverkehr oder Oralsex (ohne Kondom) übertragen, wenn die Schleimhäute mit den Bakterien des Gonorrhoe-Virus in Kontakt kommen.

Das sind typische Symptome:

Mädels leiden unter langanhaltenden Schmerzen im Unterleib und oft auch unter grün-gelblichem Ausfluss. Außerdem spüren die meisten ein unangenehmes Brennen beim Wasserlassen.

Bei Jungen sind die Symptome sehr ähnlich: eitriger Ausfluss und Brennen beim Wasserlassen sind auch hier typische Anzeichen.

Achtung: Bei ungeschütztem Oralverkehr können die Bakterien in deinen Mundraum geraten. Symptome können deshalb auch in Form von Halsschmerzen auftreten und machen die Diagnose deshalb anfangs schwierig.  

Was kannst du tun?

Am besten so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen und die Krankheit unbedingt behandeln lassen. Wichtig: Auch dein Sexualpartner sollte sich unbedingt mit behandeln lassen. Zu spät oder nicht behandelte Infektionen können bei beiden Geschlechtern zu Unfruchtbarkeit führen. Durch die Verwendung von Kondomen beim Sex kannst du dich vor einer Ansteckung mit Tripper schützen.

 

2.Filzläuse – Was ist das?

Filzläuse sind kleine Parasiten, die sich in der Schambehaarung festbeißen. Die Bisse der Filzläuse verursachen starken Juckreiz und kleine blaue Flecken. Die Übertragung erfolgt durch engen körperlichen Kontakt, nicht aber durch Sperma oder Scheidenflüssigkeit.

Wie werden Filzläuse übertragen? 

Kommt dein Intimbereich mit der Schambehaarung einer infizierten Person in Berührung, ist das Risiko sehr hoch, dass du auch Filzläuse bekommst. Auch über Kleidung, Betten oder Handtücher kannst du dir Filzläuse zuziehen.

Das sind typische Symptome:

Die Läuse und ihre Eier sind bereits mit bloßem Auge zu erkennen und rund 3-6 Wochen nach einer Infektion nachweisbar. Die Bisse der Filzläuse verursachen ein starkes Jucken, vor allem im Bereich der Schambehaarung. Außerdem treten bläulich-graue Flecken als für die Krankheit typisches Symptom auf der Haut auf.

Was kannst du tun?

Auch hier solltest du dich von einem Arzt untersuchen lassen. Dein Arzt verschreibt dir ein spezielles Präparat, das die Läuse abtötet. Auch dein Partner sollte sich vom Arzt durchchecken lassen, um auszuschließen, dass er sich vielleicht bei dir angesteckt hat. Und: Solange die Behandlung nicht abgeschlossen ist, kann sich dein Partner jederzeit anstecken.

Achtung: Filzläuse setzen sich gerne in Kleidungsstücken fest! Falls du einen Verdacht auf Filzläuse hast, hilft nur, alle Klamotten gründlich zu reinigen. Ein Schutz ist letztlich jedoch nur schwer möglich, da Filzläuse schon bei engem Körperkontakt übertragen werden.

 

3.Herpes Genitalis – Was ist das?

Herpes im Genitalbereich wird durch Viren übertragen und äußert sich in Form von kleinen, schmerzenden Bläschen an Scheide, Gebärmutterhals, Penis, After oder Darm.

Wie wird Herpes Genitalis übertragen?

Herpes-Viren werden durch den direkten Hautkontakt mit den hoch ansteckenden Herpes-Bläschen übertragen. Beim Sex mit einer infizierten Person gelangen die Herpes-Viren in den Intimbereich und setzen sich dort fest. Auch Kondome bieten keinen vollständigen Schutz: Sie vermindern zwar die Ansteckungsgefahr; Da eine Infektion jedoch über Hautkontakt erfolgt, ist der Schutz nur bedingt.

Das sind typische Symptome:

Bei Mädels kommt es wenige Tage nach der Ansteckung im Scheidenbereich zu Rötungen und Schwellungen. Bei Mädchen und Jungen bilden sich außerdem gleichermaßen kleine Bläschen, die brennen, jucken und schmerzen. Diese Bläschen öffnen sich und es bilden sich kleine Geschwüre.

Manchmal, insbesondere bei einer erstmaligen Infektion, kann zusätzlich Fieber auftreten und Betroffene fühlen sich krank.

Was kannst du tun?

Auch bei dieser Krankheit sind der Gang zum Arzt und die medikamentöse Behandlung der Krankheit unerlässlich. Auch dein Sexpartner sollte sich sofort untersuchen lassen, um festzustellen, ob er sich angesteckt hat oder sogar selbst Überträger der Herpes-Viren ist. Bei Mädchen kann Herpes Genitalis zu Gebärmutterhalskrebs beitragen, da es die Haut dort verändert. Herpes ist besonders tückisch, denn durch die Medikamente werden die Symptome zwar gelindert, die Krankheit als solche aber nicht vollständig ausgeheilt. Das heißt im Klartext: Die Krankheit tritt immer wieder auf. Und: Ist das Immunsystem geschwächt, besteht die zusätzliche Gefahr, dass das Virus den Körper ungehindert angreift und unter Umständen gefährliche Hirn- und Nervenentzündungen verursacht.

stocksy.com

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4.Syphilis – Was ist das?

Syphilis (harter Schanker) ist eine sexuell übertragbare Krankheit, die du dir bei jeder Art von Sex ohne Kondom, holen kannst. Typisches Anzeichen: kleine Knötchen im Intimbereich. Ganz wichtig: Auch eine Infektion mit Syphilis muss dem Gesundheitsamt gemeldet werden, um eine Weiterverbreitung einzuschränken. Die Meldung kann anonym erfolgen.

Wie wird Syphilis übertragen?

Syphilis wird durch Bakterien verursacht. Du kannst dich anstecken, wenn du über eine offene Wunde oder deine Schleimhäute mit Syphilis-Bakterien in Kontakt kommst. Eine Übertragung ist an jeder Körperstelle möglich. Am häufigsten ist die Übertragung bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Kondome vermindern das Ansteckungsrisiko, können es aber nicht in jedem Fall verhindern.

Das sind typische Symptome:

Die ersten Symptome treten erst nach rund drei Wochen nach der Infektion auf. An der Eintrittsstelle der Bakterien in den Körper – meist dem Intimbereich – entsteht eine schmerzlose harte Beule. Später können weitere Symptome wie Hautausschlag und geschwollene Lymphknoten hinzukommen.

Was kannst du tun?

Bemerkst du typische Symptome, solltest du dich dringend in ärztliche Behandlung begeben. Syphilis wird mit einem Antibiotikum behandelt. Wichtig: Solange die Behandlung nicht abgeschlossen ist, kannst du deinen Partner weiterhin anstecken. Also am besten in dieser Zeit auf ungeschützten Sex verzichten. Um auf Nummer sicher zu gehen, ist es ratsam, dass sich auch der Partner vom Arzt untersuchen lässt, um eine Ansteckung auszuschließen. Bei einer Nichtbehandlung der Krankheit verschwinden die Symptome nach etwa acht Wochen wieder. Das bedeutet jedoch nicht, dass damit auch die Krankheit von alleine verschwindet. Im Gegenteil: Die Bakterien befinden sich noch immer im Körper und können langfristig zu schweren Organschäden im Gehirn, am Herzen oder den Blutgefäßen führen.

Lässt du die Symptome nicht von einem Arzt untersuchen und behandeln, können sie nach circa acht Wochen von allein wieder verschwinden. Die Bakterien befinden sich dann aber noch immer in deinem Körper und können langfristig zu schweren Organschäden im Gehirn, am Herzen und an den Blutgefäßen führen.

 

5.Feigwarzen – Was ist das?

Feigwarzen (Kondylome) sind unterschiedlich große Warzen am Penis, an der Scheide oder am After. Die Erreger sind sogenannte Papillomviren. Nach der Infektion können Wochen, Monate oder sogar Jahre vergehen, bis sich die Krankheit in Form von Hautwucherungen äußert.

Wie werden Feigwarzen übertragen?

Beim Sex ohne Kondom gelangen die Viren in den Intimbereich. Beim Oralverkehr können sich die Viren darüber hinaus auch in deinem Mund ausbreiten. Kondome vermindern das Ansteckungsrisiko.

Das sind typische Symptome:

Sehr unterschiedlich aussehende, in der Regel schmerzlose Warzen im Intimbereich, die einzeln oder gehäuft auftreten können.

Was kannst du tun?

Feigwarzen werden entweder medikamentös behandelt oder bei einem harmlosen kleinen Eingriff chirurgisch entfernt. Die Viren können zu Gebärmutterhalskrebs und anderen Krebsformen der Geschlechtsorgane führen, deshalb ist es auch hier ratsam, sich so schnell wie möglich von einem Arzt behandeln zu lassen.

 

6.Chlamydien – Was ist das?

Chlamydien sind Bakterien, die sich durch Sex ohne Kondom im Intimbereich einnisten. Symptome wie Brennen beim Wasserlassen oder gelber, milchiger Ausfluss, können Hinweise auf eine Infektion mit Chlamydien sein. Bei häufig wechselnden Sexpartnern und ungeschütztem Geschlechtsverkehr, ist die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung entsprechend höher.

Wie werden Chlamydien übertragen?

Chlamydien werden durch ungeschützten Geschlechts- und Oralverkehr übertragen. Darüber hinaus kann die Infektion, wenn die Bakterien etwa an die Hände gelangen und das Gesicht anschließend angefasst wird, auch z.B. auf das Auge (Schleimhäute) übertragen werden. Deshalb ist es besonders in diesem Falle wichtig, sich immer die Hände zu waschen. Die einzige Möglichkeit, dich vor einer Infektion zu schützen ist: Kondome beim Sex benutzen!

Das sind typische Symptome:

Bei Mädchen treten unterschiedliche Beschwerden auf: Brennen beim Wasserlassen, Druck in der Blase, gelber klebriger oder eitriger Ausfluss. Gelegentlich können auch Blutungen auftreten. Auch Jungs verspüren beim Wasserlassen ein unangenehmes Brennen und sondern einen glasigen oder milchig-trüben Ausfluss ab.

Was kannst du tun?

Wer die beschriebenen Symptome bei sich wieder erkennt, sollte dringend ärztlichen Rat einholen. Chlamydien werden mit einem Antibiotikum behandelt.  Bei einer Nichtbehandlung breitet sich die Infektion auf deine inneren Geschlechtsorgane aus. Das führt nicht nur zu starken Schmerzen, sondern im schlimmsten Fall dazu, dass du später keine Kinder zeugen bzw. bekommen kannst.

Wird eine Chlamydien-Infektion nicht behandelt, breitet sie sich auf deine Deine inneren Geschlechtsorgane aus. Das führt zu starken Schmerzen und kann sowohl bei Jungs als auch bei Mädchen zur Unfruchtbarkeit führen. Das heißt: Du kannst später keine Kinder zeugen bzw. bekommen.

 

7.Pilzinfektion – Was ist das?

Pilzinfektionen (Candidosen) kannst du dir leider fast überall holen, z.B. auf öffentlichen Toiletten oder im Schwimmbad. Verspürst du ein starkes Jucken im Intimbereich oder hast du bräunlichen, unangenehm riechenden Ausfluss, solltest du dich an deinen Arzt wenden.

Wie wird eine Pilzinfektion übertragen?

Eine Pilzinfektion in Scheide und Genitalbereich (auch bei Jungs) kann auch ohne sexuellen Kontakt erfolgen. Verursacher dieser Infektion sind sogenannte Hefepilze. Hefepilze sind praktisch überall vorhanden und können sich durch äußere Einwirkungen wie z.B. Stress, zu enge oder luftundurchlässige Kleidung, das Nutzen öffentlicher Toiletten, etc. stark vermehren und Reizungen im Genitalbereich und in der Scheide hervorrufen. Deinen Partner kannst du schützen, indem ihr beim Geschlechtsverkehr immer ein Kondom benutzt.

Das sind typische Symptome:

Bei Jungs, die an einer Pilzinfektion leiden, rötet sich die Eichel ein wenig und es bilden sich meist kleine Punkte. Auch Juckreiz und Brennen beim Wasserlassen sind typische Symptome. Bei Mädchen treten Rötungen, Schwellungen sowie ein starker Juckreiz in der Scheide auf. Weißer Ausfluss kommt ebenso vor wie schmerzhaftes Brennen beim Wasserlassen.

Das kannst du tun:

Die Infektion kann und sollte von einem Arzt mit Hilfe einer Salbe, Tabletten, oder Scheidenzäpfchen bei Mädchen behandelt werden. Bei regelmäßiger Behandlung ist die Pilzinfektion nach 1-2 Wochen ausgeheilt. Auch deine Freundin oder dein Freund sollte sich sofort von einem Arzt untersuchen lassen.

Zwar hat eine Pilzinfektion keine langfristigen oder schwerwiegenden Folgen für deine Gesundheit. Aber sie ist extrem nervig und unangenehm und kann immer wieder auftreten.

Am besten schützen kannst du dich vor einer Infektion, indem du die allgemeinen Hygieneregeln beachtest, z.B. direkten Kontakt mit der Klobrille vermeiden, Hände waschen, etc. Auch mit diesen Tipps für die Intim-Hygiene können dich schützen.

 

 

 

 

 

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