Leistungsfähiger durch die richtigen Beats: Ist Musik gesund?

Im Bus, zuhause oder mit Freunden im Park – Musik ist immer ein guter Begleiter. Doch Musik hören hebt nicht nur die Stimmung oder wirkt unangenehmer Stille entgegen. Wer Musik hört und macht, tut damit auch Körper und Geist etwas Gutes.

 

Ist Musik gesund?

Musizieren regt die Gehirnaktivität an. Wer selbst Musik macht, muss sich gleichzeitig aufmerksam zuhören, bewegen und bereits den nächsten Schritt planen. Man muss sich also auf ganz verschiedene Dinge zur selben Zeit konzentrieren und diese miteinander verbinden. Die Reihenfolge der Töne und die Melodie zu erkennen und zu verarbeiten, beschäftigt mehrere Bereiche im Gehirn zusammen. Musik hält unsere grauen Zellen fit. Wenn wir regelmäßig Musik machen, hilft uns das also dabei, uns besser zu konzentrieren und neue Dinge zu lernen.

Doch auch das Hören von Musik kann einen positiven Einfluss auf die Gesundheit haben. Dieses Feld wird seit vielen Jahren erforscht und es gibt noch viele offene Fragen. Doch schon jetzt wird Musik eine heilende Wirkung zugesprochen. Das liegt unter anderem daran, dass Musik im Gehirn die sogenannte Neuroplastizität anregt. Dabei handelt es sich um die Fähigkeit des Gehirns, Strukturen ändern zu können. Geschädigte Bereiche, zum Beispiel nach einem Unfall oder Schlaganfall, können dadurch teilweise wieder ausgeglichen werden, weil sich Nervenzellen und Nervenbahnen durch die Neuroplastizität alternative Wege suchen können und sich neu verbinden. Musik wird zum Beispiel auch in der Schmerztherapie eingesetzt, da die ausgeschütteten Hormone dazu beitragen können, das Schmerzempfinden zu kontrollieren. Dadurch können Schmerzen erträglicher werden.

 

Ist Musik gesund?

Lernen mit dem Mozart-Effekt

Neben der Schmerztherapie kann Musik auch ein wichtiger Taktgeber beim Lernen sein. Du musst für eine Klassenarbeit lernen, kannst dich aber Null konzentrieren? Die richtige Musik beim Pauken kann wahre Wunder wirken. Dabei ist es gar nicht so wichtig, welche Musik du hörst – solange sie nicht zu schnell ist und keinen Text enthält, der dich vom Wesentlichen abhält.

Der Klassiker unter den Musik-Genres, die sich besonders gut zum Konzentrieren eignen, ist die – Trommelwirbel – klassische Musik. Sie mag zwar nicht jedermanns Sache sein, sie erhöht jedoch nachgewiesenermaßen dein räumliches Vorstellungsvermögen, was dir beim Verstehen von komplexen Sachverhalten hilft. Bekannt ist dieses Phänomen als Mozart-Effekt.[1]

Der Musik-Streamingdienst Spotify will außerdem im Zuge einer Studie herausgefunden haben, dass der Lernerfolg nicht nur von der Musikrichtung, sondern auch von der Geschwindigkeit gemessen in beats per minute (BPM) abhängt. Wer für wissenschaftliche Fächer lernt, soll laut der Studie Songs mit einem Tempo zwischen 50 und 80 BPM hören, da dieser Frequenzbereich die linke Gehirnhälfte anregen soll, die das logische Denken unterstützt. Für eher kreative Fächer empfiehlt Spotify emotionale Musik zur Aktivierung der rechten Gehirnhälfte. [2]

Ob das alles so stimmt, sei mal dahingestellt. Am besten probierst du es zuerst einmal mit deiner Lieblingsmusik aus.

 

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Mit Musik in den Sport-„Flow“

Musik hält nicht nur das Gehirn fit, sondern lässt sich auch gut mit Sport und somit der körperlichen Fitness verbinden. Mit dem richtigen Sound macht das Workout noch mehr Spaß. Musik hilft dir dabei, deine Motivation aufrecht zu erhalten und gute Leistungen zu erbringen. Der Rhythmus des Sounds unterstützt dich dabei, beim Sport einen „Flow“-ähnlichen Zustand zu erreichen. Sportpsychologen bezeichnen das vollkommene Eintauchen in eine Aktivität als „Flow“. Dabei ist der Sportler nur auf seine Aktivität konzentriert und hat sein Ziel genau vor Augen.

Beim Laufen ist die Auswahl der Musik besonders wichtig, da der Rhythmus zu dem eigenen Lauftempo passen sollte. Dazu spielen wieder die beats per minute (BPM), also die Schläge pro Minute, eine Rolle. Viele Läufer orientieren sich für ihre Schrittfrequenz an diesem Rhythmus. Während man beim Walken etwa Songs mit 90 bis 120 Schlägen pro Minuten wählen sollte, sind es 100 bis 130 bei Laufbeginnern sowie 130 bis 160 bei geübten Läufern. Bei ganz schnellen Läufern können es sogar bis zu 180 beats per minute sein.

Die Musik soll den Lauf jedoch lediglich unterstützen und nicht die Laufgeschwindigkeit bestimmen. Wichtiger ist es, auf den eigenen Körper zu hören und so einen eigenen Rhythmus zu finden.

Neben den beats per minute ist auch der Aufbau des Stücks wichtig: Bei zyklischen Sportarten wie Laufen, Walken oder das Training auf dem Crosstrainer empfiehlt sich gleichmäßige Musik ohne Taktwechsel. Bei azyklischen Sportarten, zu denen beispielsweise Tanzen, Boxen oder Ballsportarten zählen, ist das jedoch nicht nötig. Die ideale Frequenz liegt hierbei zwischen 110 und 153 BPM.

 

Sport und Musik: Ist Musik gesund?

[1] https://www.studiblog.net/2017/02/02/musik-lernen-konzentration-effektiv/

[2] https://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/campus/lernen-mit-musik-100.html